Interview/Jockey Talks

Bruno Faust

GaloppOnline.de: Wie haben Sie den Gerichtsentscheid aufgenommen?

Bruno Faust: Mit großer Freude und Genugtuung. Es wurde klar herausgestellt, dass eine Rennbahn in einem solchen Verfahren anders zu behandeln ist als zum Beispiel eine Streitigkeit zwischen zwei Vermietern. Eine Rennbahn ist unwiderbringlich verloren. Wir sind jetzt sehr viel weiter, als ich jemals gedacht hätte. Wir, damit meine ich die drei Familien Daßbach, Solms und Faust.

GaloppOnline.de: Was ist aus Ihrer Sicht jetzt wichtig?

Bruno Faust: Wir brauchen jetzt die Unterstützung des gesamten Rennsports. Vor allem auch in finanzieller Hinsicht. Es gibt schon gute, erste Signale, dass der Rennsport unterstützen wird. Man muss endlich begreifen, dass das hier nicht eine Geschichte von drei Familien ist, sondern eine Sache, die dem ganzen Rennsport am Herzen liegen muss. Es gibt in Neuss Probleme, in Bremen, wie soll das denn weitergehen? Für die Zucht, für Besitzer aus der Region, für Fans aus der Region: es ist wichtig, dass die Bahn erhalten bleibt.

GaloppOnline.de: Es schien ein Kampf gegen einen übermächtigen Gegner.

Bruno Faust: Ja, das wurde oft gesagt, aber es geht doch gar nicht um den großen DFB. Es geht nur und ausschließlich gegen die Willkür aus der Politik.

GaloppOnline.de: Gibt es dieses Jahr einen Renntag?

Bruno Faust: Dafür gibt es eine Bedingung, dass wir das auf der Bahn überhaupt können und dürfen. Dazu bedarf es eines Urteils. Es sieht jetzt gut aus, dass das zu unseren Gunsten ausfällt, wenn man sich die einzelnen Argumente vor Augen hält, die das Oberlandesgericht angeführt und damit gewissermaßen andere Urteile einkassiert hat. Und jetzt werden dann ja auch erstmals Zeugen vernommen, bis dato waren es immer Entscheidungen nach Aktenlage. Manch einer hat vielleicht gedacht, was wollen die Frankfurter Spinner da eigentlich erreichen. Aber jetzt sieht das alles extrem gut aus. Das war ein Wake-Up-Call des Gerichts.

GaloppOnline.de: Sie hoffen nun also auf die Rennsportgemeinde.

Bruno Faust: Ich gebe zu, wir fühlten uns teilweise schon allein gelassen. Wir sind aber dennoch immer in Vorlage gegangen. Aber was haben wir denn davon, wenn es heißen wird, die Familien Daßbach, Solms und Faust haben die Rennbahn gerettet. Das muss doch viel größer sein, eine Sache des gesamten Rennsports. Es muss heißen, der Rennsport hat gekämpft und einen wichtigen Standort erhalten.
 

(11.02.2017)