Interview/Jockey Talks

Scheich Fahad Al Thani

Scheich Fahad Al Thani
Scheich Fahad Al Thani

GaloppOnline.de: Scheich Fahad, Sie sind das erste Mal auf einer deutschen Rennbahn. Wie sind Ihre ersten Eindrücke?

Scheich Fahad Al Thani: Ich bin doch sehr beeindruckt von dieser Anlage. Der Blick aus der Loge auf diese gepflegte Bahn, eine sehr schöne Linienführung und dann die Begeisterung bei den Besuchern, es gefällt mir alles sehr gut. Ich schaue mir zu Hause übrigens eine Menge Rennen aus Deutschland an.

GaloppOnline.de: Sie noch in einem Charity-Rennen in Limerick im Einsatz. Wie war dieses Erlebnis?

Scheich Fahad Al Thani: Großartig. Ich habe ja mittlerweile eine Jockeyfigur und könnte Herrn Atzeni Konkurrenz machen (lacht). Es hat mir gestern in Limerick einen Riesenspaß gemacht. Ich hatte bei der  Morgenarbeit fleißig geübt, es war eine tolle Geschichte. Immerhin waren in diesem Charity-Rennen zwei Champion-Jockeys im Sattel. Am Ende landete ich unter vierzehn Startern auf Platz fünf. Die Sache war für einen guten Zweck, das war ganz wichtig.

GaloppOnline.de: Das haben Sie ja auch schon bei einem Marathon mitgemacht?

Scheich Fahad Al Thani: Ja, ich bin auch schon für einen guten Zweck gerannt und gerannt. Immerhin habe ich die 40 Kilometer in sieben Stunden absolviert. Danach wusste ich aber so ungefähr nicht mehr, wer ich war.

GaloppOnline.de: Sie haben den Fährhofer Karpino aus dem Rennstall von Andreas Wöhler gekauft. Was war der Anlass?

Scheich Fahad Al Thani: Wenn man ein hoch talentiertes Pferd mit einem starken Pedigree und aus einem führenden Quartier, in dem man beste Vergleichsmöglichkeiten besitzt, kaufen kann, ist dies eine interessante Sache. Genau das war hier der Fall. Ich bin überzeugt, dass Karpino vor einer sehr guten Zukunft steht.

GaloppOnline.de: Sie haben Karpino für Pearl Bloodstock erworben. Warum nicht für Qatar Racing, für das Sie ebenfalls als Besitzer zeichnen?
Pearl Bloodstock gehört mir alleine, Qatar Racing unterhalte ich zusammen mit meinen fünf Brüdern.

GaloppOnline.de: Und der Rennstall Al Shaqab, in dessen Farben Treve zur zweifachen Arc-Siegerin aufstieg?

Scheich Fahad Al Thani: Den unterhält mein Cousin Scheich Joaan Al Thani.

GaloppOnline.de: Darf man fragen, wieviel Pferde Sie in Training halten?

Scheich Fahad Al Thani: Es sind um die 280 Pferde für Pearl Bloodstock und Qatar Racing zusammen. Rund 50 Prozent davon sind in England in Training.

GaloppOnline.de: Vor zwei Jahren haben Sie, wie jetzt Karpino, den dreijährigen Hengst und damals frischen Busch-Memorial-Sieger Chopin gekauft. Er lief später im Epsom Deby. Wie sehen Sie den Kauf jetzt im Nachinein?

Scheich Fahad Al Thani: Chopin ist im Epsom Derby ein ganz großes Rennen gelaufen. Ihm fehlte leider für die 2400 Meter das letzte Stück an Stehvermögen. Über die letzten zweihundert Meter kam er in Epsom nicht mehr entscheidend weiter, auf der Linie war er für eine Platzierung ganz dicht dabei.

GaloppOnline.de: Nun ist Chopin mittlerweile in Irland in Training?

Scheich Fahad Al Thani: Ja, er wird jetzt von Ger Lyons trainiert. Vor einigen Wochen hatte er nach einer fast einjährigen Pause sein Comeback gegeben. Er lief in einem Listenrennen, besaß aber noch keine bessere Chance. Nun bin ich gespannt, wie er sich steigert.

GaloppOnline.de: Karpino bleibt bei Herrn Wöhler in Training, für Qatar Racing trainiert er zudem aktuell drei Pferde. Zwei Zweijährige und den dreijährigen Rogue Runner. Was sagen Sie zu diesen Pferden?

Scheich Fahad Al Thani: Rogue Runner ist nach zwei Starts noch unbesiegt, nun muss er in Frankfurt zeigen, wohin sein Weg führt. Ich habe eine große Meinung von ihm. Die Zweijährigen heißen C‘est La Vie und Miss Shaef. Beide kamen über die Iffezheimer Jährlingsauktion in meinen Besitz. (Anmerk. d. Redaktion – C‘ est La Vie aus der Zucht von Graf und Gräfin von Stauffenberg kostete 110.000 Euro – Miss Shaef aus dem Angebot des Gestüt Etzean 20.000 Euro).

GaloppOnline.de: Werden Sie auch in diesem Jahr Jährlinge auf der BBAG-Auktion kaufen?

Scheich Fahad Al Thani: Das ist fest geplant. Ich möchte in Zukunft ohnehin mein rennsportliches Engagement in Deutschland erweitern.

GaloppOnline.de: Kommen wir nun auf Ihre züchterischen Aktivitäten zu sprechen. Sie haben bereits Vollblutgestüte gekauft, wie sehen  Sie Ihre Zukunft auf diesem Sektor?

Scheich Fahad Al Thani: Die Vollblutzucht ist etwas Großartiges. Ich bin im Besitz von zwei Gestüten, in England und Irland.

GaloppOnline.de: Auch haben Sie eigene Deckhengste, wo sind diese aufgestellt?

Scheich Fahad Al Thani: Der dreimalige Gruppe I-Sieger Charm Spirit deckt im Tweenhills Farm & Stud in England. Makfi ist in Aga Khans Haras de Bonneval aufgestellt, was  ich auch als große Ehre ansehe. Da ich aber auch davon überzeugt bin, dass sowohl französische wie auch englische Züchter Interesse an diesem Hengst haben, wird Charm Spirit 2016  ins Aga Khan-Gestüt nach Frankreich wechseln.

GaloppOnline.de: Mit Dunaden hatten Sie ihren ersten ganz großen Treffer. Er gewann für Pearl Bloodstock den Melbourne Cup. Mittlerweile haben Sie ihn auch als Deckhengst aufgestellt und sorgten mit einem Special für Aufsehen. Wie sieht das genau aus?

Dunaden deckt im Overbury Stud, hat dort über hundert Stuten gedeckt. Von mir hat er sieben Stuten zur Bedeckung bekommen. Da ich auch möchte, dass er nicht nur Stuten für den Hindernissport erhält, sondern auch als Deckhengst für Flachrennen angesehen wird, schütte ich über einen Dunaden Owners & Breeders Premium Club 64 Prozent auf das Preisgeld aus. Die genauen Konditionen, auch über weitere Prämienausschüttungen, können Züchter und Besitzer unter „Dunaden Breeders‘ Premiun Club“ nachlesen.
 

(05.05.2015)