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Besondere Bestimmungen: Das ist neu im Rennjahr 2006

Das Direktorium für Vollblutzucht und Rennen gab einige wichtige Änderungen zur Rennordnung für die Saison 2006 bekannt, die wir unseren lesern nicht vorenthalten möchten. Lesen sie im Folgenden die Maßnahmen, die künftig eingeleitet werden im Wortlaut.

Besondere Bestimmungen 2006: Nr. 4 Starterangaberegelung

Die Vorstarterangabe ist in Zukunft beim Direktorium bzw. über die elektronischen Medien bis spätestens 10.00 Uhr (bisher 10.30 Uhr) durchzuführen. Die Praxis hat ergeben, dass ein früherer Termin den Rennvereinen mehr Möglichkeiten eröffnet und die Trainer ohnehin zu 95 % bis 10.00 Uhr die Vorstarterangaben getätigt haben. Ausserdem wird in Zukunft die Vorstarterangabe für Mittwoch- und ggf. Donnerstagrenntage nicht mehr am Freitag, sondern am Montag angesetzt, um den Zeitraum zu verkürzen und nicht ein Wochenende zwischen Vor- und endgültiger Starterangabe liegt.

Dies bedingt jedoch den Abschluss der Vorstarterangabe durch die Rennvereine bis spätestens 12.00 Uhr, um den Trainern bis 13.00 Uhr die Möglichkeit der endgültigen Starterangabe einzuräumen.
Dies stellt eine erhebliche Verbesserung der Situation dar, deshalb müssen die Termine sowohl von den Aktiven als auch von den Rennvereinen zwingend eingehalten werden, um den pünktlichen Druck von Sport-Welt und Rennprogramm sicherzustellen.

Ein weiterer positiver Aspekt ist, dass Pferde, die als Starter angegeben waren und entweder ausgeschieden werden oder das Rennen ausfällt, am Tag der endgültigen Starterangabe in ein anderes Rennen aufgenommen werden können. Dies ist unabhängig vom Rennort, gilt allerdings nur für Rennen, in denen das Starterlimit noch nicht erreicht ist.

Analog der Regelung in Frankreich wird zukünftig in Gruppen-Rennen eine Gebühr erhoben, wenn ein als Vorstarter angegebenes Pferd zum endgültigen Termin zum Nichtstarter erklärt wird. Die Gebühr beträgt in Gruppe I- und Gruppe II-Rennen 0,35 % und in Gruppe III-Rennen 0,30 % des Rennpreises und ist bei Vorlage eines tierärztlichen Attestes nicht zu entrichten. Mit dieser Maßnahme sollen leichtfertige bzw. abschreckende Vorstarterangaben in Gruppe-Rennen etwas unterbunden bzw. kostenpflichtig gemacht werden.

Nr. 12 Festsetzung der zu tragenden Gewichte zur Vor- bzw. endgültigen Starterangabe

In Ausgleichen müssen die Ausgleicher ab 1. Januar die Höchstgewichte auf max. 60 kg heraufsetzen, sofern nicht höhere Gewichte vorhanden sind. Das geschieht durch Veränderung der jeweiligen Skalen zur Vor- oder endgültigen Starterangabe, je nachdem ob noch hochgewichtige Pferde aus dem Rennen genommen werden.

In Altersgewichtsrennen (ausgenommen Gruppe-Rennen sowie Listen-Rennen ohne Mehrgewichte und mit ausländischer Beteiligung) werden die Höchstgewichte durch die Renntechnische Abteilung automatisch auf 58 kg erhöht.

Nr. 22 Regelung für Sandbahnrennen und Sandbahnhandicap

Die bereits mehrfach veröffentlichte neue Regelung hat Aufnahme in die Besonderen Bestimmungen gefunden.

Neben dem speziellen Sandbahnhandicap ist hervorzuheben, dass der erste Lebenssieg auf der Sandbahn - und auch weitere Siege auf Sand - für die Grasbahn nicht zählen und die Pferde daher weiter auf Gras sieglos und in sieglosen Rennen startberechtigt sind.

Jedoch finden Gewinnsummen und Platzierungen auf Sand für Zulassungen und Gewichteberechnungen auf der Grasbahn in vollem Umfang Anwendung. Somit können Sandbahnsieger in Rennen für sieglose Pferde auf der Grasbahn keine Erlaubnisse in Anspruch nehmen.

Die Inländer-Prämie in Rennen für 2j. bzw. 3j. sieglose Pferde kann sowohl auf der Sandbahn als auch auf der Grasbahn und somit doppelt gewonnen werden.

Durch die bereits im Sommer erfolgte Änderung der früheren Zulassung im Ausgleich sind 3j. Pferde jetzt bereits ab 1. Januar in Handicaps gegen ältere Pferde startberechtigt. Dementsprechend sind viele Ausgleiche in den Wintermonaten bereits für 3j. Pferde offen und es bleibt zu hoffen, dass die Chancen genutzt werden, besonders im Hinblick auf die Nichtanrechnung für spätere Grasbahnstarts.

Allerdings finden generell Starts auf der Sandbahn für eine Qualifizierung im Ausgleich auf der Grasbahn keine Berücksichtigung.

Rennordnungsänderungen:

Nr. 141 I) und Nr. 407/6 RO

Nachdem die letztjährige Änderung dieser Ziffer auf eine Zulassung von Pferden zu Rennen bereits nach 4 Tagen nach einer Impfung international nicht umgesetzt wurde, gilt wieder die bisherige Regelung, dass Pferde nicht an Rennen teilnehmen dürfen, wenn die Impfung innerhalb der vorangegangenen 7 Tage vor dem Rennen erfolgt ist.

Nr. 480 e) RO

Im Zuge internationaler Anpassungen werden ab 1. Januar 2006 auch in Deutschland Ohrenstöpsel zugelassen. Diese müssen jedoch spätestens zur endgültigen Starterangabe - analog zu Scheuklappen - angegeben und dürfen nicht gezogen werden. Sollte ein Reiter die Ohrenstöpsel im Rennen trotzdem ziehen, ist dies ein Disqualifikationsgrund und das Pferd wird unter empfindlichen Strafen gegen den Reiter aus der Platzierung genommen.

Nr. 593 RO

Die Nichtanzeige einer Kastration eines Pferdes durch den Trainer führt in Zukunft zu einer Ordnungsmaßnahme durch die Rennleitung, wenn die Kastration trotz Nichtmeldung am Renntag auffällt.

Nr. 597 RO

Wie bereits vor Jahren üblich, dürfen Amateurrennreiter in einem Rennen, in dem ihm oder dem Ehepartner gehörende oder von ihm trainierte Pferde teilnehmen, kein anderes Pferd reiten.

(23.12.2005)