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Dresdner Zündstoff: Die Pyro Games auf der Rennbahn!

Eine Veranstaltung der Pyro Games im vergangenen Jahr
Eine Veranstaltung der Pyro Games im vergangenen Jahr

Ein wichtiger Termin des Dresdner Rennvereins, der im Oktober stattfindet, sorgt schon jetzt für viel Zündstoff. Mit Pferderennen hat dieser Termin allerdings wenig zu tun. In dieser Saison veranstaltet der Dresdner Rennverein lediglich an sechs Tagen, eventuell kommt aber im Oktober noch ein Renntag hinzu. Bisher steht für diesen Monat lediglich ein wichtiger Termin im Vereinskalender: Die Pyro Games, das Duell der Feuerwerker, am 2. Oktober.

Die Pyro Games ist eine Tournee, die den Zuschauern ein riesiges Feuerwerk-Spektakel bietet und durch mehrere deutsche Städte tourt. In Dresden gastiert die Feuerwerks-Show traditionell um den Tag der Deutschen Einheit. Bisher fand das laute Raketen-Spektakel im Ostragehege der Sächsischen Landeshauptstadt statt, doch in diesem Jahr wechselt man auf das Seidnitzer Geläuf der Dresdner Rennbahn. Im Internet gibt es bereits Tickets ab 17,75 Euro zu kaufen. Termin und Veranstaltungsort stehen also definitiv fest.

„Meine Besitzer sind schockiert“, brach es aus der Dresdner Trainerin Claudia Barsig während der Pressekonferenz des Rennvereins am vergangenen Donnerstag heraus, „und ich bin es auch.“ 2015 war der Umzug der Feuerwerker schon mal geplant. Damals konnten Besitzer und Trainer ihn verhindern. Der Grund für das Interesse des Rennvereins an der Raketenshow liegt natürlich auf der Hand. Wenn der DRV nur an sechs Tagen veranstaltet, dann muss er die Galoppanlage für andere Veranstaltungen vermieten, um Einnahmen zu generieren. 6 000 bis 7 000 Besucher, die bisher im Ostragehege zusahen, werden sicherlich auch auf der Rennbahn einen Platz finden.

Dresdens Präsident Michael Becker erwartet einen erklecklichen Betrag in fünfstelliger Euro-Höhe und rechnet mit keinen Kosten, denn der Klub vermietet das Geläuf nur. Der Veranstalter der Pyro Games kümmert sich um alles, auch den Schallschutz, um das Spektakel für die Pferde so erträglich wie möglich zu machen. Es sorgt dennoch für Zündstoff.

„Ich finde das unmöglich, verantwortungslos und frech, uns nicht zu fragen, obwohl alle wissen, dass wir das ablehnen“, platzte Barsig der Kragen. „Das ist viel lauter als beim Jahreswechsel. Silvester kann man nicht verhindern, diese Raketenshow schon. Ich kann es nicht nachvollziehen. Das muss man doch nicht machen. So weit sollte es mit dem Geldverdienen nicht gehen“, Claudia Barsig sieht Gefahren für die Gesundheit der Tiere und Risiken für die denkmalgeschützte Holztribüne. Sie erinnert an deren Sperrung aufgrund von Brandschutzmängeln im Sommer 2012.

„Wir kennen die Bedenken und nehmen sie ernst. Wir setzen uns im Februar zusammen und bereden die Details. Die Lärmbelästigung ist nicht höher als zu Silvester und der Trainingsbetrieb nur an einem Vormittag eingeschränkt. Es ist ein einmaliges Experiment, und wir achten besonders darauf, dass es keine übermäßigen Belastungen gibt. Wir haben lange hin und her überlegt, ob wir das machen können, und uns dann dafür entschieden“, versuchte Michael Becker, die Wogen zu glätten.

 

(16.01.2016)