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Frankfurt: „Die Öffentlichkeit wurde getäuscht!“

Arthur (l.) und Carl von Weinberg beim morgendlichen Ausritt im Gestüt Waldfried
Arthur (l.) und Carl von Weinberg beim morgendlichen Ausritt im Gestüt Waldfried in Frankfurt

Die Pressekonferenz des Renn-Klubs Frankfurt, die am Dienstagmittag im Frankfurter Presseclub stattfand, machte überdeutlich, was der historische Fund erstaunlicher Dokumente, über den wir bereits berichtet hatten, bedeuten könnte. Aus dem Inhalt dieser Dokumente, der den Pressevertretern erläutert wurde, geht ganz klar hervor, was Vertreter der Stadt Frankfurt bislang bestritten hatten.

„Die Öffentlichkeit wurde von Vertretern des Magistrats getäuscht“, war eine Aussage von Renn-Klub Schatzmeister Graf Carl-Philip zu Solms-Wildenfels. "Der Rennverein Frankfurt war bis 1938 Eigentümer von Teilgrundstücken des Rennbahn-Areals."

Die Auseinandersetzung um eine geplante Bebauung der Frankfurter Galopprennbahn durch den DFB stand immer auch im Zusammenhang mit dem historischen Wirken der Gebrüder Arthur und Carl von Weinberg. Arthur von Weinberg war von 1918 bis 1938 Präsident des Frankfurter Rennclubs und er war Ehrenbürger der Stadt Frankfurt. Im Zuge der damaligen Entjudung der deutschen Kultur, Gesellschaft und Wirtschaft wurde, weil der Präsident des Rennvereins Jude war, der Rennverein zwangsenteignet. Ohne einen Kaufpreis zu zahlen, wurden bestimmte Grundstücke des Vereins auf die Stadt Frankfurt übertragen. Lediglich mit der Maßgabe, dass die Stadt sich verpflichtete, den Galopprennsport auf dem Areal weiterhin zu fördern und Rennen stattfinden zu lassen.

Der in Baden-Baden ansässige Historiker und Erbenermittler Dr. Gerhard Moser informierte auf der Pressekonferenz umfassend über seine Recherche. Der ebenfalls anwesende Jurist Adam Rosenberg bestätigte, dass die Konsequenz aus dem Fund der Dokumente sei, dass der Vertrag der Stadt mit dem DFB in jedem Fall erfolgsversprechend anfechtbar sei.

Mehr über das auf Grund der juristischen Zusammenhänge recht komplizierte Thema können Sie in der nächsten Ausgabe der Sport-Welt, die am Donnerstag erscheint, lesen.

(19.01.2016)