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Henrik Uecker im Alter von 72 verstorben

Von seinem wichtigsten und wertvollsten der 335 Siege im Rennsattel hat er oft voller Stolz erzählt.

An jenem 18. Juni 1978 erfüllte sich für Henrik Uecker der Traum eines jeden Rennreiters. Mit dem 150:10 Außenseiter Osterwind ließ er in Hoppegarten in dem 80.000 Mark „schweren“ Derby der DDR die Favoriten hinter sich. Siege in namhaften Berliner Rennen gelangen auch mit Fernzug und Kamtschatka und spektakulär mit Goldhamster 1967 im Preis von Dahlwitz. Da hielt sich der junge Reiter geistesgegenwärtig bei rutschendem Sattel am Hals seines Pferdes fest und fiel erst nach dem Ziel ins Gras, rettete so den Erfolg für das Gestüt Görlsdorf.

Henrik Uecker stammte aus der Kleinstadt Pyritz, einst in Pommern, heute in Polen liegend. Später fand die Familie in Rostock eine neue Heimat. Zeitig offenbarte er sportliches Talent, wurde Schüler- und Kreismeister im Turnen. Von Rostock fuhr Henrik Uecker im Jahre 1958 mit dem Fahrrad bis nach Neuenhagen, um ins Berufsleben einzusteigen und hier sesshaft zu werden. Nur 38 kg zeigte die Waage zu Beginn seiner Ausbildung zum Rennreiter im Rennstall Graditz von Trainer Richard Kortum. Der erste Ritt am 22. Mai 1960 in Hoppegarten auf Tara gleich ein Sieg. Bis zum Ende seiner Jockeylaufbahn im Jahre 1984 war er bei einigen Trainern als Leichtgewichtsreiter stets ein zuverlässiger, fleißiger Mitarbeiter. Als Nachfolger von Altmeister Wilhelm Kuschnik summierten sich 95 Siege im Trainerjob, bevor die rennsportliche Laufbahn nach 30 Jahren zu Ende ging.

Naturverbunden und Tiere liebend, so kannte man Henrik Uecker. Besonders gern ging er auf Reisen, hatte fast die ganze Welt gesehen. Doch von seiner letzten großen Reise nach Südamerika konnte der zweifache Familienvater nicht mehr erzählen. Bei einem Stopp seines Schiffes auf den Falkland-Inseln ist Henrik Uecker am 3. März im Alter von 72 Jahren plötzlich verstorben.

(10.03.2016)