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Noch vier Ausländer im Derby-Aufgebot

Charlie Appleby
Charlie Appleby

Wirft man einen Blick in das derzeitige Aufgebot für das IDEE 148. Deutsche Derby (Zum Langzeitmarkt), so findet man dort aktuell noch vier im Ausland trainierte Pferde. Nachdem der von Paul Deegan trainierte Time Dee zum letzten Streichungstermin, der am kommenden Montag ansteht, bereits jetzt aus dem Rennen genommen wurde (er ist inzwischen Wallach und damit ohnehin nicht mehr startberechtigt), sind noch die beiden Godolphin-Hengste Wolf Country und Alqamar, beide aus dem Stall von Charlie Appleby, William Haggas‘ Humble Hero, und der in Frankreich von Gianluca Bietolini trainierte Medici Musician mögliche Kandidaten für das „Blaue Band“.

Doch ob einer aus diesem Quartett wirklich im wichtigsten Dreijährigenrennen des Jahres startet, das steht noch in den Sternen. Medici Musician ist wohl ein heißer Kandidat dafür, am kommenden Montag aus dem Rennen genommen zu werden, denn der Campanologist-Sohn des Hong Kong-Besitzers Robert Ng ist bei fünf Starts noch sieglos, hat ein Valeur von 30, und war am Sonntag in Chantilly in der zweiten Abteilung eines Dreijährigen-Handicaps Dreizehnter von 15 Startern, und dabei zwölf Längen hinter Michael Figges Jacksun, der als Zweiter über die Linie kam.

Auch Humble Hero, ein High Chaparral-Sohn der Besitzergemeinschaft um Sue Magnier, Derrick Smith, Michael Tabor und Markus Jooste, war noch am Sonntag am Start. Nachdem er früh die Spitze übernahm, gewann er als 18:10-Favorit ein über 2400 Meter Maidenrennen überlegen mit dreidreiviertel Längen Vorsprung gegen fünf Konkurrenten. Es handelte sich dabei um den dritten Start des Braunen, der bei seinen beiden Auftritten zuvor in Haydock und Lingfield den zweiten Platz belegt hatte. Das Wort „Derby“ wurde nach seinem Sieg am Sonntag jedoch nicht erwähnt, vielmehr war die Rede davon, dass er nun ins Handicap gehen würde.

Realistischer ist da vielleicht schon ein Start eines der beiden Pferde aus dem Godolphin-Duo. Der aus Fährhofer Zucht stammende Wolf Country, ein weiterer Campanologist-Sohn, wird noch an diesem Freitag beim Royal Ascot-Meeting laufen. Er ist für die zur Gruppe II zählenden King Edward VII Stakes, eine 2400 Meter-Prüfung bereits mit William Buick als Jockey angegeben, hat aber auch noch eine Nennung für die Queen’s Vase (Gr.II, 2800 m) am gleichen Tag. Interessant dabei ist die Tatsache, dass Godolphins Derbysieger von 2010, Buzzword, vor seinem Hamburger Triumph in den King Edward VII Stakes den dritten Platz belegt hatte. Für dieses Rennen wird Wolf Country bei den Buchmachern derzeit als 210:10-Außenseiter geführt.

Alqamar, ein Dubawi-Sohn, der Mitte Mai in York in einem Handicap bei seinem vierten Start zu seinem ersten Sieg kam, ist für die bereits erwähnte Queen’s Vase ebenfalls schon mit William Buick als Jockey angegeben. Alternativ käme aber auch ein Start am Donnerstag in den King George V Stakes in Frage, einem Rennen, das 2011 der spätere Derby-Favorit Brown Panther gewann. Ob es aus dem Ausland eine Nachnennung gibt, so wie es im vergangenen Jahr mit dem von Aidan O’Brien trainierten Landofhopeandglory der Fall war, das ist natürlich offen.

 

(19.06.2017)