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Verden: Rennen erst wenn die Anlage stabil genug ist

In der vergangenen Woche stand im Parkhotel Grüner Jäger die Jahreshauptversammlung 2011 des Rennvereins Verden an. Präsident Kurt Henning Meyer begrüßte dabei 31 geladene Mitglieder sowie Gäste und Freunde des Vereins. Die üblichen Regularien gingen schnell und reibungslos über die Bühne.

Das Protokoll der letzten Versammlung am 24. März 2010 fand in keiner Weise Beanstandung. Den Kassenbericht 2010 trug Schatzmeister Heinz Kohlstädt, seit 1967 im Amt, in gewohnter souveräner Manier vor, der dafür viel Lob erntete. Nach der Entlastung des Vorstandes standen Wahlen auf der Agenda, die alle einstimmig erfolgten.

Zur stellvertretenden Vorsitzenden wurde Rechtsanwältin Sabine Struckmann gewählt, die Frank Ehrichs ablöst. Neues Beiratsmitglied im Turnierausschuss ist Hans-Heinrich Brüns, während das Votum zur Wahl eines Kassenprüfers auf Henning Schrader fiel.

Auf der Einnahmenseite verwies Kurt Henning Meyer auf die unbefriedigende Summe der Mitgliedsbeiträge, die sich auf knapp über 8.000 Euro belaufen. Der Verein zählt zwar insgesamt 417 Mitglieder, doch befinden sich darunter eine große Anzahl so genannter Zweitmitgliedschaften.

Hier muss eine Revision erfolgen. „Die Kinder von damals sind heute 30 oder 40 Jahre alt – und haben selber Nachwuchs“, lautete das scherzhafte – aber ernst gemeinte – Diktum.

Seit Jahren weist die Galoppsparte einen Verlust aus, der in der Regel durch die Hallenreitturniere kompensiert wurde. Aber auch die Hallenturniere gaben Anlass zur Sorge. An vier Tagen erschienen zuletzt nur ca. 9000 Zuschauer – eine unbefriedigende Resonanz.

Der Renntag vom 13. Juni 2010 erbrachte einen Gesamtumsatz von 41.213,95 Euro, aber sechs Siege für den Stall von Elfi Schnakenberg. Jürgen Honebein referierte über die Erfolge der norddeutschen Aktiven und stellte dieses Ereignis besonders heraus.

Ein Thema war natürlich auch die neue Linienführung der Bahn und Umstrukturierung des Jagdkurses im Rahmen der gesamten Baumaßnahmen, die sich auf rund eine Million Euro belaufen.

Erst wenn das Geläuf stabil genug ist, werden Rennen auf der Anlage abgehalten. Ob das noch in diesem Jahr möglich ist, kann noch nicht definitiv gesagt werden. Intention bleibt, zukünftig mindestens zwei Renntage mit einem Jagdrennen – jeweils am Sonntag – zu veranstalten.

Das Deutsche Halbblut-Jagdrennen, das 1988 in Verden letztmalig entschieden wurde, wird jedoch nicht wieder aufleben. So wird der Shogun-Sohn Drosselbart der letzte Sieger dieses Traditionstitels bleiben.

Die Durchführung eines Renntages ohne finanzielle Absicherung kann aufgrund der stark zurückgegangenen Wettumsätze und weiterer fehlender Einnahmen nicht mehr verantwortet werden, heißt es in einem Bulletin.

Ein kleiner Silberstreif ist dennoch am Horizont zu sehen. Durch gute Beziehungen von Heinz-Hermann Schnakenberg, Vorsitzender der Halbblutrennpferdezüchter, sowie Petra Dierich wird 2012 das wertvollste Halbblutrennen Deutschlands in Verden gelaufen. Es soll Preis vom Morgan Club Deutschland – Sektion Mitte-Nord – heißen.

(28.03.2011)