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Deutsche Pferde Erster und Dritter im Qatar Derby

Mario Hofer, Cay Bonhoff, Steffi Hofer und Eddy Predoza (v.l.) nach Rogue Runners Triumph

Es war ein Novum, das es am Mittwoch bei der Veranstaltung im Al Rayyan Park in der Katar-Hauptstadt Doha zu bestaunen gab. Denn erstmals gab es in dem Wüstenstaat einen deutschen Starter. Besser gesagt sogar zwei, denn Mario Hofers Rogue Runner aus dem Besitz von Eckhard Sauren, und der von Michael Figge trainierte Shutterbug, der Mark Hänni gehört, zählten zum 16köpfigen Aufgebot des Qatar Derbys, einem mit 500.000 Dollar dotierten Einladungsrennen für Dreijährige, das über 2000 Meter führte.

Doch nicht nur das, beide Pferde spielten in dem Highlight der Veranstaltung auf dem Rechtskurs eine ganz große Rolle. Shutterbug, der von Anthony Crastus geritten wurde, sah man aus günstiger Startbox sofort nach dem Start an der Spitze. Rogue Runner (RaceBets zahlte 120:10), für den man Eduardo Pedroza engagiert hatte, und der ebenfalls innen gestartet war, sah man an sechster, siebter Position in einer perfekten Position.

Und als es durch den Schlussbogen ging, konnte man bereits damit rechnen, dass beide Pferde auch bei der Endabrechnung eine gute Rolle spielen würden, denn zu diesem Zeitpunkt gingen beide noch ausgezeichnet, während die Mehrzahl der anderen Teilnehmer bereits in großen Schwierigkeiten waren.

Shutterbug kam noch als Erster in die lediglich rund 300 Meter lange Zielgerade, doch dann war auch Rogue Runner bereits zur Stelle. Unter starken Hilfen von Eduardo Pedroza kam er schnell an dem Pacemaker vorbei, und schien einem leichten Sieg entgegen zu streben. Sogar die deutsche Zweierwette schien fast schon fest zu stehen.

Dann tauchte an der Außenseite jedoch Mike de Kocks Tannaaf auf, der von seinem Jockey Wayne Smith, der den bekannten gelb-blauen Dress von Sheikh Mohammed Bin Khalifa Al Maktoum trug, enorm schnell gemacht wurde. Meter für Meter machte er auf Rogue Runner gut, und als der Zielpfosten kam, mochte man nicht sicher entscheiden, wer denn nun gewonnen hatte. Shutterbug kam dahinter als Dritter über die Linie.

Dann folgte minutenlanges Bangen. Steffi Hofer und Assistenztrainer Cay Bonhoff jubelten zwar zunächst, doch dann dauerte es sehr lange, bis das Zielfoto ausgewertet war. Doch dann die Erlösung: Das Ergebnis wurde verkündet, und der Sieger hieß Rogue Runner. Doch nur für einen Moment, denn dann wurde das Zielfoto noch einmal vergrößert, und der Zielrichter entschied auf totes Rennen.

197.500 Dollar verdiente der King's Best-Sohn aus der Zucht des Gestüts Fährhof, der sich somit bereits jetzt als Schnäppchen entpuppte, denn sein jetziger Besitzer Eckhard Sauren hatte ihn bei der Arqana Arc Sale für 80.000 Euro von Qatar Racing erworben. Bei seinem Einstand für jetzige Interessen, der gleichzeitig sein erster Start als Wallach war, hatte er in einem Listenrennen in Deauville nur den letzten Platz belegt. Derbys scheint er jedoch zu mögen, denn im IDEE 146. Deutschen Derby in Hamburg-Horn war er als Fünfter auch ein gutes Rennen gelaufen.

"Das war ein Traumritt von Eddy, das war super, auch wenn es dann doch noch totes Rennen gab, sind wir wirklich happy. Auch Cay und Steffi haben hier in der Vorbereitung tolle Arbeit geleistet", freute sich Mario Hofer, der natürlich vor Ort war, und für den dieser Erfolg natürlich ein ganz besonderer ist, auch über den Halbsieg. Auch Shutterbug lief als Dritter ein gutes Rennen, er verwies den von Marvin Suerland gerittenen Go Dan Go auf den vierten Platz und verdiente damit 55.000 Dollar. "Shutterbug lief ein großartiges Rennen von vorne. Er wollte unbedingt an die Spitze und zog immer weiter!", war Michael Figge mit dem Laufen seines Schützlings hochzufrieden.

Der wie Rogue Runner aus Fährhofer Zucht stammende, norwegische Derbysieger Quarterback landete nur auf dem achten Platz. Adrie de Vries spielte mit seinem Ritt Fort Moville keine Rolle.

 

 

(30.12.2015)