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Beim vierten Versuch: Cue Card siegt im King George-Thriller

Cue Card entschied den Kempton-Thriller für sich
Cue Card entschied den Kempton-Thriller für sich

Es ist das Highlight am zweiten Weihnachtstag, dem "Boxing Day" in Großbritannien. Die King George VI Chase. Das mit 200.000 Pfund dotierte Gruppe I-Jagdrennen über drei Meilen, also 4800 Meter. In der Favoritenrolle stand bei der diesjährigen Austragung der aus der Zucht des Gestüts Etzean stammende Don Cossack, doch der Sholokhov-Sohn aus dem irischen Stall von Trainer Gordon Elliott wurde nach einem Fehler am vorletzten Sprung reiterlos.

Zu diesem Zeitpunkt hatte er an dritter Stelle gelegen. Zwar tat sich der Achtjährige schon früh im Rennen nicht mehr leicht, doch war zum Zeitpunkt des Zwischenfalles noch einiges möglich. Bis dahin hatte das Rennen ganz im Zeichen des zweiten Favoriten Vautour gestanden. Der Schützling von Willie Mullins, der wie der Christmas Hurdle-Sieger Faugheen im Besitz von Susannah Ricci steht, hatte nach dem elften der insgesamt 18 Hindernisse das Kommando vom Sieger der vergangenen beiden Jahre, Silviniaco Conti, übernommen, der sich danach schnell nach hinten verabschiedete.

Vautour sprang jedes Hindernis super, und ging bestechend. Die einzigen beiden Pferde, die ihm noch folgen konnten, als es in die Entschedung ging, waren Colin Tizzards Cue Card, unter Paddy Brennan, und eben Don Cossack. Nach dessen Ausscheiden am vorletzten Sprung, war es dann nur noch ein Zweikampf. Über das letzte Hindernis kam Vautour noch mit einem gut erkennbaren Vorteil.

Doch Paddy Brennan witterte auf Cue Card, der zuletzt bereits die Betfair Chase in Haydock in überragender Manier gewonnen hatte, seine Chance, und ließ auf der 55:10-Chance nichts unversucht. Dennoch sah es lange so aus, als würde Vautour nach Hause, und Ruby Walsh damit zu seinem sechsten Sieg in diesem Rennen kommen, was einen neuen Rekord bedeutet hätte. Doch auf den letzten 100 Metern raufte sich Cue Card immer näher an den Kontrahenten heran, und genau auf der Linie hatte er diesen erreicht. Das Zielfoto musste Aufschluss darüber geben, wer das Rennen gewonnen hatte.

Und es war schließlich Cue Card, der bei seinem vierten Start in der King George VI Chase einen Kopf-Vorteil gegenüber Vautour hatte, und damit endlich den ersten Volltreffer schaffte, nachdem er in den vergangenen Jahren zweimal Fünfter, und einmal Zweiter in dieser Prüfung gewesen war. Weit zurück, genauer gesagt 13 Längen hinter Vautour, wurde der Schimmel Al Ferof Dritter (Zum Video).

Mussten Willie Mullins und Susannah Ricci sich in diesem Rennen mit dem zweiten Platz begnügen, so konnten sie sich zuvor noch über einen weiteren Gruppe I-Treffer freuen, denn in Leopardstown gewann der fünfjährige Wallach Douvan unter Patrick Mullins die Racing Post Novice Chase, ein mit 90.000 Euro dotiertes Gruppe I-Rennen auf der Hürdenbahn über 3400 Meter.

(26.12.2015)