Amare Die Hernando-Tochter hat bei drei Starts in ihrer Karriere überhaupt noch nichts verkehrt gemacht. Beim Debüt waren nur zwei starke Hengste vor ihr, anschließend verabschiedete sie sich in leichter Manier gegen Pferde, die die Form anschließend aufwerten konnten aus der Maidenklasse. Der Sprung auf Listenebene gelang ihr ebenfalls auf Anhieb, als sie in Düsseldorf gegen sechs heutige Gegnerinnen ebenfalls leicht zum Zuge kam. Für die Hernando-Tochter, die aus dem dreiköpfigen Aufgebot ihres Trainers der Ritt des Stalljockeys ist, spricht, das sie die Bahn kennt und eine richtige Steherin ist. Zudem ist sie nach erst drei Starts auch noch als frisches Pferd zu bezeichnen.
Amoya Tochter der Arkona, die den Preis der Diana vor 17 Jahren gewann. Bei vier Starts noch sieglos, landete dabei aber dreimal auf dem zweiten Platz, wobei sie einmal von einer späteren Listensiegerin und einmal von einem späteren Derbystarter geschlagen war. Lief auf der heutigen Bahn bei ihrem ersten Versuch auf Listenebene nicht schlecht, steht gegen Pferde, die vor ihr waren, diesmal aber noch ungünstiger, ist auch nicht die erste Wahl aus dem großen Aufgebot ihres Stalles in diesem Rennen, kann nur Außenseiterin sein, eine Platzierung wäre für sie wohl schon ein riesengroßer Erfolg.
Elle Shadow Bewies schon zweijährig ihr überdurchschnittliches Talent, als sie nach überlegenem Debütsieg Zweite im Preis der Winterkönigin wurde, begann die neue Saison mit einem überzeugenden Erfolg in einem Mülheimer Listenrennen, enttäuschte dann im Diana-Trial, wo sie aber wohl auch den Rennverlauf nicht passend fand, rehabilitierte sich in Hamburg zwar, doch hatte man den Eindruck, dass ihr die Distanz vielleicht schon etwas weit wurde, das Überpferd, das man zunächst vielleicht in ihr vermutet hat, ist sie nach den letzten Formen jedenfalls nicht, hat ihre besten Leistungen auf weicher Bahn gezeigt, ist vom vielköpfigen Aufgebot ihres Trainers aber der Ritt von Stalljockey Andrasch Starke.
Enora Als Halbschwester des erstklassigen Egerton schon nobel gezogen, erst zweimal gelaufen und ein Pferd, das sicher noch lange nicht am Ende seiner Möglichkeiten ist. Nach dem vierten Platz beim Debüt zeigte sie auf der heutigen Distanz bei ihrem Kölner Sieg bereits deutliche Verbesserung. Zwar ist die Röttgenerin nicht der Ritt des Stalljockeys Eugen Frank, doch hat sie mit Terry Hellier einen Jockey im Sattel, der in den Grupperennen immer wieder über sich hinauswächst. Auch wenn sie nach Rechnung eher zu den Außenseitern zählt, sollte Enora somit ein Pferd sein, das in der Diana durchaus nach vorne laufen kann.
Glady Romana Wie Amoya viermal gelaufen und noch ohne Sieg, wobei sie als beste Form allerdings nur einen dritten Rang von ihrem Debüt als Zweijährige vorzuweisen hat. Begann ihre Rennkarriere in Frankreich, wo sie zwar stets gute Gegnerinnen traf, aber auch eigentlich bei keinem Start eine Siegchance besaß. Stellte sich in Hamburg erstmals in Deutschlkand vor, hatte auf Gruppe-Parkett aber letztlich keine Chance und blieb hinter vier heutigen Konkurrentinnen. Allerdings hatte sie dabei auch nicht den allerbesten Rennverlauf. Blickt man auf die Gesamtform der Doyen-Tochter, so kann sie nur Außenseiterin sein, fast alle Gegnerinnen sind nach Papierform besser empfohlen. Ihr Trainer Werner Baltromei verpasste einen Sieg in der Diana vort zwei Jahren nur knapp, als er mit Lady Marian und Baila me die Zweit- und Drittplatzierte stellte.
Hibaayeb Für 40.000 Euro wurde die Singspiel-Tochter, die einen absoluten Formstall, der besonders in Deutschland in diesem Jahr äußerst erfolgreich operiert, vertritt, zu Wochenbeginn nachgenannt. Und nach Klasse scheint sie deutlich über den einheimischen Stuten zu stehen, denn bereits zweijährig avancierte sie - noch unter der Regie von Trainer Clive Brittain - in der Fillies' Mile in Ascot zur Gruppe I-Siegerin, nachdem sie zuvor Zweite in den May Hill Stakes (Gr.II) gewesen war. Anschließend wechselte sie in das Godolphin-Imperium, für dass sie beim ersten Start in den britischen 1.000 Guineas ohne Möglichkeiten war. Damals startete sie erstmals auf weichem Boden, der ihr offensichtlich nicht behagte. Die Korrektur der Form erfolgte beim ersten Versuch über 2000 Meter im Prix Saint-Alary (Gr.I) in Longchamp, in dem sie nach einem Rennen von der Spitze aus Dritte wurde. Noch stärker war wohl ihre Siegform in den Ribblesdale Stakes (Gr.II) während Royal Ascot, als sie mit mehr als drei Längen Vorsprung geweann. Damals ging es übere 2400 Meter, Stehvermögen besitzt die Stute aus dem Stall von Saeed Bin Suroor also ohne Ende. Man nannte sie im Anschluss für die Irish Oaks nach, in denen sie sogar favorisiert war, doch enttäuschte sie auf dem Curragh auf der ganzen Linie. Nach Klasse ist Hibaayeb in der Diana die wahrscheinlichste Siegerin, mit Frankie Dettori hat sie zudem einen der besten Jockeys der Welt im Sattel. Das große Fragezeichen ist aber ohne Zweifel der Boden, denn bei weicher Bahn steigen die Chancen der Godolphin-Lady sicher nicht.
Isantha Ein weiteres, noch siegloses Pferd in diesem Rennen und die dritte Teilnehmerin aus dem Warendorfer Quartier von Torsten Mundry. In ihrem Stall galt die Dai Jin-Tochter bereits früh als Kandidatin für das Stuten-Derby. Man versuchte es mit ihr aber auch bereits im italienischen Pendant, wo sie als Dritte (klar vor der heute ebenfalls startenden Saldennähe) auch eine ganz starke Form zeigte. Danach startete sie in einem harmlosen Dreijährigenrennen während der Hamnburger Derbywoche, wo sie aber völlig unter Form blieb und Vorletzte wurde. Diese Form kann nach dem, was sie bei allen Starts zuvor gezeigt hatte, nicht stimmen, und man solltre sich hüten, Isantha abzuschreiben. Aus dem Kreis der Favoritinnen ist sie aber erst einmal ausgeschieden.
Lagalp Debütierte mit einem zweiten Platz hinter Waldjagd gut und war beim zweiten Start dann auch gleich selbst in Siegform. Unterlag beim ersten Start auf Listenebene in Mülheim etwas unglücklich der Trainingsgefährtin Nianga. Beim darauffolgenden Start wurde sie in dem von Amare gewonnenen Düsseldorfer Listenrennen erstaunlich stark gewettet, konnte aber keinerlei Akzente setzen. Im Asterblüte-Lot für die Diana ist die Galileo-Tochter, der die Distanz bestens passt, daher auch nicht die erste, und auch nicht die zweite Wahl. Ein Platz unter den ersten drei Pferden wäre deshalb sicher eine Überraschung.
Mountain Rose Wie einige andere Pferde ein diesem Rennen noch ohne Sieg, war bei drei ihrer vier Starts favorisiert, kam aber über Platzierungen nicht hinaus. So auch zuletzt vor Ort in Düsseldorf, in dem von Amare gewonnen Listenrennen. Gegen Mountain Rose spricht, dass sie dabei beim ersten Versuch auf einer weiteren Distanz ihre mit Abstand schlechteste Form (siebter Platz) zeigte. Einen so großen Anhang wie bisher dürfte die Schlenderhanerin in der Diana wohl nicht auf sich vereinen, wir zählen sie eher zu den Außenseiterinnen.
Nianga Nur Hibaayeb (8 Starts) hat von ihren heutigen Gegnerinnen bislang mehr Rennen bestritten als die Fährhoferin. Obwohl sie zweijährig bereits Dritte im Preis der Winterkönigin war, galt die Lomitas-Tochter in ihrem Stall offenbar aber nie als ganz große Nummer, denn zumeist war sie in ihren Rennen nur die zweite, oder dritte Wahl der Jockeys, was heute erneut der Fall ist. Dennoch avancierte sie in Mülheim zur Listensiegerin und verdiente auch im Hamburger Stutenpreis auf Gruppe-Parkett als Vierte wieder Geld. Was die Stute auszeichnet, ist aber ihre konstante Form. Zudem hat sie gezeigt, dass sie mit der heutigen Distanz bestens zurecht kommt.
Nicea Für eine Lando-Tochter sind die vier Starts, die die Nizza-Stute bereits als Zweijährige absolvierte, schon außergewwöhnlich. Nach erfolgreichem Debüt auf der heutigen Bahn schlug sie sich als Fünfte im Zukunfts-Rennen und Zweite in einer Kölner Listenprüfung aber ebenfalls acht bar. Zum Jahresende bot man sie dann noch einmal in Italien auf, wo es in einer Gruppe III-Prüfung aber auch nur zum fünften Rang reichte. Im Hoppegartener Diana-Trial war sie als Vierte (klar hinter Waldjagd und Elle Shadow) beim Saisondebüt völlig chancenlos. Deutlich besser war die hier gezeigte Form aus dem Listenrennen, wo sie als Dritte nur hinter Amare und Warsaw Ballet blieb. Mit dem Engländer Martin Dwyer verpflichtete man einen Jockey, der in Düsseldorf für Trainer Peter Schiergen vor zwei Jahren bereits ein klassisches Rennen gewann, als er mit Briseida in den 1.000 Guineas erfolgreich war.
Saldennähe Vertritt die Farben des Gestüts Wittekindshof, die in der Diana schon oft eine wichtige Rolle gespielt haben. Nach zwei zweiten Plätzen als Zweijährige war gleich beim ersten diesjährigen Start der Abschied aus der Maidenklasse fällig. Daraufhin bot man sie in einer Listenprüfung in Italien auf, in der sie ebenfalls erfolgreich war. Man wagte daraufhin einen Start in den Oaks d'Italia, wo sie als Sechste aber ohne Möglichkeiten blieb. Als Vierte lief sie in der bereits häufiger erwähnten Listenprüfung vor Ort nicht schlecht, zumal sie auch ein Kilo mehr zu tragen hatte, als die meisten Gegnerinnen. Immerhin ist Saldennähe auch der Ritt des zweiten Jockeys am Asterblüte-Stall.
Semina Sechsmal ist diese Mamool-Tochter, die vor Ort trainiert wird, gelaufen, war dabei kein Mal schlechter als Vierte. Ihren ersten Sieg holte sie sich in Hannover, wobei es aber gegen überschaubare Konkurrenz ging. Ihre bislang beste Form zeigte sie dann als Dritte im Hamburger Auktionsrennen hinter zwei sehr guten Hengsten. Dass sie die Bahn in Düsseldorf kennt, ist sicher kein Nachteil, aber dennnoch muss die Smrczek-Stute einen erneuten Sprung bewältigen.
Tech Exceed Machte bei drei Starts als Zweijährige noch nicht unbedingt großartig auf sich aufmerksam, doch versuchte man es mit ihr als siegloses Pferd bereits im Preis der Winterkönigin, in dem sie als Sechste aber keine Akzente setzen konnte. Auch der vierte Platz in Köln beim Saisondebüt ließ noch nicht vermuten, dass es sich bei ihr um eine Diana-Kandidatin handelt. Auf durchlässiger Bahn schnappte sie sich dann aber die slowakischen 1.000 Guineas in Bratislava und steigerte diese Form noch mit einem Gruppe III-Sieg in Mailand. Was dieser genau wert ist, lässt sich nur schwer sagen, doch hat sich Stalljockey Eduardo Pedroza für sie, und damit gegen Waldjagd und Warsaw Ballet entschieden.
Waldjagd Machte gleich bei ihrem Debüt, das erst in dieser Saison erfolgte, mächtig Eindruck, als sie Lagalp leicht auf die Verliererstraße schickte. Dann lief sie auch als Zweite im Diana-Trial ein gutes Rennen, wobei sie als Gegenspielerin von Elle Shadow galt, die sie aber klar hinter sich lassen konnte. Im Hamburger Stutenpreis hatte man sie eigentlich weit vorne erwartet, doch machte sie bei tropischen Temperaturen bereits im Führring einen schlechten Eindruck, der sich dann auch im Rennen bestätigte. Allerdings musste die Observatory-Tochter im Schlussbogen auch eine Störung hinnehmen. Man sollte sich hüten, die Ravensbergerin bereits abzuschreiben, doch ist sie nach Reiterverteilung nur die Nummer drei des Championstalles.
Warsaw Ballet Absolvierte die ersten beiden Starts noch unter Regie von Waldemar Hickst, ehe der Wechsel in jetziges Quartier erfolgte. War beim ersten Start unter neuer Obhut in Krefeld gleich erfolgreich und bestätigte den Sieg auch bei ihrem ersten Start auf Listenebene vor Ort in Düsseldorf, als sie lediglich an Amare scheiterte. Nach ihren bisherigen Leistungen zählt Warsaw Ballet sicher nicht zu den Favoritinnen, ist aber ein Pferd, das bei passendem Rennverlauf durchaus auf einen vorderen Rang laufen kann.
Bereits vor zwei Jahren hatte Georg Baron von Ullmann die Derby-Rede gehalten. Ein Jahr nach dem Triumph von Wiener Walzer war es ihm erneut vorbehalten, seine Worte an die Turf-Gemeinde zu richten.