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Aufgepasst - WM-Ball rollt

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, Freunde des Galopprennsports in vielen Fällen darüber hinaus wahre Traditionalisten. Wer einmal beim Derby war, fährt meist immer wieder hin, zum ersten Juli-Sonntag nach Horn. 2006 ist dies, was das Datum angeht, anders. Wie so manches. „König Fußball“ regiert vom 9. Juni bis 9. Juli, die Weltmeisterschaft rüttelt auch den Galopp-Terminkalender gründlich durcheinander.

Im Grunde fällt ist bereits der erste bedeutende Termin, der planmäßig aus dem gewohnten Ruder läuft, der 30. April Der erste Klassiker der Saison läuft in Düsseldorf vom Stapel, heißt nun nicht mehr Henkel-Rennen, da das Düsseldorfer Unternehmen den Preis der Diana, der nun ebenfalls am Grafenberg beheimat ist, sponsern wird. Aller Voraussicht nach wird der Stutenklassiker unter Patronat von pferdewetten.de gelaufen.

Das Mehl-Mülhens-Rennen hat am 14. Mai seinen gewohnten Platz, eine Woche später beginnt das Iffezheimer Frühjahrs-Meeting. Mit – unabhängig von der Fußball-WM – ein klein wenig neuer Terminierung der Renntage. Samstag geht’s los, dann folgt natürlich der Sonntag, Montag ruft die „Breeze Up-Auktion“.

Am Dienstag ist erstmals ein rennfreier Tag. Am Mittwoch starten wieder die Pferde an der Oos und dann, dies ist nun ebenfalls neu, wird am Donnerstag, zu Christi Himmelfahrt und somit an einem Feiertag der vierte Meetingstag veranstaltet. Auch in Dortmund und Frankfurt hält man zu Christi Himmelfahrt an diesen Traditionsrenntagen fest. Samstag und Sonntag ist erneut Iffezheim der Schauplatz des großen Turfs.

Der Preis der Diana folgt eine Woche später am Pfingstsonntag (4.Juni), erstmals als Henkel-Rennen und in Düsseldorf gelaufen. Pfingstmontag steht in München das Bavarian Classic auf dem Programm. Zeitlich hat sich an diesen beiden Topprüfungen sich gegenüber den Vorjahren nichts geändert. Wenige Tage später beginnt dann auch die Fußball-Weltmeisterschaft.

Viel früher als überlicherweise steht auf dem Grafenberg dann bereits am 25. Juni erneut eine Gruppe-I-Prüfung auf dem Programm, denn der Deutschland-Preis (früher Großer Preis von NRW) liegt rund vier Wochen vor seinem Traditionstermin.

Da die Hamburger Derby-Woche später als traditionell vom Stapel läuft, macht es Sinn, dass man auch einige wichtige Derby-Vorprüfungen nach hinten verlegt. Das Oppenheim-Union-Rennen in Köln und immer noch wichtigste Derby-Vorprüfung wird am 2. Juli in der Domstadt entschieden.

In Bremen werden meist die allerletzten Derby-Tickets vergeben. Das Ex-Walther J. Jacobs-Rennen steht in diesem Jahr ausnahmsweise erst am 9. Juli im Programm. Genau an diesem Tag endet bereits das Ostsee-Meeting in Bad Doberan, 2006 kann man vom 5. – 9. Juli kann man Sonne Sand, Meer und Turf miteinander verbinden. Rund drei Wochen früher als in letzten Jahren.

Die WM ist nun zu Ende und am 15. Juli ist es soweit, die Derby-Woche beginnt. Der Rhythmus der Renntage ist geblieben, am 23. Juli kommt dann das Rennen aller Rennen zur Austragung. So war es auch 1974, als Deutschland ebenfalls im WM-Fieber lag.

Und der damalige Derby-Sieger Marduk wäre nie zum Hamburger Triumphator emporgestiegen, wäre das Derby traditionell am ersten Juli-Sonntag entschieden worden. Nach einer Verletzungspause hatte ihn Trainer Hein Bollow erst wieder auf Touren bringen müssen, am ersten Juli-Sonntag wäre der Hengst der Gräfin Batthyany nicht im Derby-Feld dabei gewesen.

Natürlich hat man auf diese Terminfolge auch im Harz reagiert. So beginnen die Rennen auf der neu erbauten Linienführung der Bahn am Donnerstag, dem 27. Juli. Wie gewohnt werden sieben Renntage auf der Bahn am Fuße des Brocken angeboten.

Wenn dann eine Woche später der Kölner Rheinland-Pokal auf höchstem Gruppe-Level zum angestammten Termin entscheiden wird, normalisiert sich auch wieder der Terminkalender des deutschen Turfs. Die Traditionalisten können aufatmen.

(06.02.2006)