Top-Story

'Das Ergebnis ist durch Rückkäufe klar beschönigt'

Die Erwartungen waren bereits im Vorfeld eher niedrig gehalten worden. Man war sich der gegenwärtigen Situation voll und ganz bewusst. Das Ergebnis der diesjährigen BBAG-Frühjahrsauktion deckte sich dann auch mit den doch sehr realistisch gehaltenen Erwartungen der Verantwortlichen. Man hatte sich erfolgreich bemüht ein der Zeit angepasstes und marktgerechtes Angebot zusammen zu stellen mit einem hohen Anteil startfertiger junger Pferde, die auch durchaus entsprechenden Zuspruch fanden. 114 Angebote im Ring (2008: 115) erreichten 93 (83) Zuschläge. Der Gesamtumsatz belief sich auf 895.900 Euro gegenüber 1.158.000 Euro aus dem Vorjahr.

Das entspricht einem Verkaufssatz von knapp 82% und einem Durchschnittspreis von 9.633 Euro, dieser lag in 2008 bei 13.952 Euro. Der Median liegt bei 8.733 Euro (13.491 Euro). Geschäftsführerin Carola Ortlieb zog folgendes Fazit: „Auf dem Papier sieht das Ergebnis natürlich sehr gut aus. Man muss aber dazu sagen, dass der verhältnismäßig hohe Anteil an Rückkäufen die Zahlen natürlich ganz klar beschönigt. Aber ich denke man muss trotzdem nach vorne schauen – auf schlechte Zeiten folgen auch immer wieder gute Zeiten.“

Die Lotnummer 118 erreichte mit 100.000 einen Zuschlagpreis im sechsstelligen Bereich, wenn auch leider als Rückkauf. Die von Albert Steigenberger angebotene zweijährige Stute Dangerous Cat war bei der Breeze Up sehr beeindruckend und ist eine Tochter des jungen Green Desert-Hengstes Invincible Spirit, der besonders als Vater erfolgreicher Zweijähriger bereits hoch bewährt ist.

Dangerous Cats Mutter Sweet Surrender ist eine Pennekamp-Halbschwester des Gruppe II-Siegers Highdown aus der Linie der Mill Reef-Stute River Spey, die sich als Renn- und Mutterstute hervortat. Somit avancierte Lot 67 mit 46.000 Euro zum eigentlichen Top-Preis der Auktion.

Das Gestüt Ebbesloh erwarb den gut gemachten zweijährigen Black Sam Bellamy-Sohn Landesherr aus dem Angebot der Gebrüder Wiegandt. Der junge Hengst imponierte beim Aufgalopp. Der junge Hengst ist ein Halbbruder der mehrfachen Listensiegerin Lüttje Lage, des Junioren-Preis-Gewinners Löwenherz und des slowenischen Derby-Siegers Lauf nach vorn. Seine Areion-Halbschwester Lautenspielerin ist zweifache Siegerin und war im Vorjahr Vierte in der Maurice Lacroix Trophy, während die Cagliostro-Stute Lolli Pop als weitere Schwester mit dem im Deutschen St. Leger erfolgreichen Lomitas-Sohn Liquido auch einen klassischen Sieger brachte.

Bedauerlicherweise zählten auch Albert Steigenbergers zweijähriger Monsieur Bond-Hengst Poletto (Lot 98) bei 40.000 Euro, der vom Haras du Logis offerierte zweijährige Country Reel-Sohn Mancana (Lot 75) bei bei 32.000 Euro und Lot 54, die vom Gestüt Röttgen angebotene zweijährige Black Sam Bellamy-Tochter Eibe aus der unmittelbaren Verwandtschaft des Klassehengstes Egerton mit 26.000 Euro zu den Rückkäufen, während Gestüt Ittlingens Nummer 55, der dreijährige Monsun-Sohn Flatley als Halbbruder der Gruppe III-Siegerin Felicity später für 22.000 Euro vom Stall Advocat erworben wurde.

Bei 25.000 Euro fiel der Hammer dagegen bei Meadowview Stables Lot 126, einem kraftvollen zweijährigen Hengst aus dem ersten Jahrgang des brillanten US-Meilers Leroidesanimaux. Der von Stall Onextwo ersteigerte Hengst ist ein Sohn der bei 12 Siegen auch mehrfach auf Stakes-Level erfolgreichen Dayla aus der Linie der Gruppe I-Siegerin Andestine.

Gestüt Ammerlands zweijähriger Java Gold-Sohn Djungle Call (Lot 51) ging für 22.000 Euro an den Stall DA-LI. Sein dreijähriger Halbbruder Daring Tiger hatte das Pedigree noch am Tag zuvor mit einem Listensieg im Grossen Preis der Stadtsparkasse Dortmund stark aufgewertet.

Lokalmatador Werner Hefter erhielt bei 20.000 Euro den Zuschlag für Gestüt Eulenbergers Katalognummer 100. Der zweijährige Zieten-Sohn King Ralph galoppierte versprechend auf und ist der Sohn einer Halbschwester des zweijährig in den zur Gruppe III erfolgreichen Dominion-Sohnes Classic Ruler.

Capricorn Studs Big Shuffle-Sohn Smokejumper (Lot 111) gehörte mit Sicherheit zu den interessanten Angeboten bei den älteren Pferden. Der mehrfach listenplatzierte Sohn der Green Desert-Stute Shikoku ist ein Enkel der Mill Reef-Stute Sandy Island als Dreiviertelschwester des überlegenen Epsom Derby-Siegers Slip Anchor. Smokejumper wurde bei 18.000 Euro zurückgekauft.

Für den March Groom-Sohn Cromat (Lot 44) fiel der Hammer bei 17.000 Euro. H. Arnold erwarb den besten Sohn der Sicyos-Stute Cosy Cheek, der zuletzt in einem Hürdenrennen in Hannover leichter Sieger war. Ebenfalls 17.000 Euro erzielte die Katalognummer 37, die Andi Wyss zugeschlagen wurde.

Der von Albert Steigenberger angebotene zweijährige Captain Pedro ist ein Sohn des gut eingeschlagenen Pivotal-Hengstes Captain Rio aus der unmittelbaren Verwandtschaft des ungeschlagenen Epsom Derby-Siegers Golden Fleece, wobei noch bemerkt sei, dass jeweils 10% der Erlöse aus den von Albert Steigenberger angebotenen Pferden dem Sonderfond des so schwer gestürzten Jockey Peter Heugl zu Gute kommen.

(26.05.2009)