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Die Sensation: Prince ist der neue König von Baden!

Es hat in der 134-jährigen Geschichte des Großen Preises von Baden (erneut von Volkswagen gesponsert) zahlreiche Überraschungen gegeben. Doch was sich am Sonntag in Iffezheim abspielte, war sicherlich eine der größten Sensationen in der Historie des höchstdotierten Rennens auf deutschem Boden (750.000 Euro lockten an Preisgeldern auf der 2400 Meter-Distanz).

Gruppesieger im Frühjahr in Frankfurt, aber Neunter im BMW Deutschen Derby - Prince Flori (Foto) war alles andere als einfach auf den Wettschein zu bringen. Mit einer Eventualquote von 274:10 stand der Lando-Sohn in größter Außenseiterrolle im neunköpfigen Feld. Doch das war vor 21.000 Zuschauern letztlich egal. Denn der Prince wurde zum König von Iffezheim.

Locker mit drei Längen fertigte Prince Flori die Konkurrenz ab, ein Underdog hatte es allen gezeigt. Zum ersten Mal steuerte Filip Minarik den Hengst des Hamburger Stalles Reni, und der Champion machte alles richtig. An dritter Position galoppierte der Gast aus Düsseldorf unterwegs, während sich Oriental Tiger bald an Saddex vorbei an die Spitze pullte.

Schiaparelli sah man dahinter in einer idealen Ausgangslage. Doch bereits im Schlussbogen kam das Aus für den Derbysieger. Der 24:10-Favorit gab sich sang- unnd klanglos geschlagen, verabschiedete sich auf den sechsten Platz.

Die Musik machten andere. Da marschierten Oriental Tiger ganz außen und Saddex unverändert weiter, während weiter innen zu Beginn der Geraden Prince Flori durchschlüpfte. Dickens besaß einen Riesenmoment. Schon in der Distanz hatte sich Prince Flori einen komfortablen Vorteil verschafft, alles Weitere war ein Triumphzug. Immer länger wurde der Sohn der Princess Liberte, löste sich mit drei Längen und verdiente auf einen Schlag 450.000 Euro!

'Ich habe das alles der Besitzerin, Frau Damast, zu verdanken', lobte Trainer Sascha Smrczek, der noch nie ein solches Glücksgefühl auskosten durfte in seiner jungen Trainerkarriere.

'Ich wollte eigentlich woanders laufen, aber sie hatte sich zu einem Start entschieden. Mit einem vierten oder fünften Platz wäre ich in diesem Feld zufrieden gewesen, denn das Feld war doch sehr stark. Vor dem Boden hatte ich keine Bedenken. Lando-Nachkommen sind zwar als Boden gut-Pferde verschrien, aber die Mutterlinie brachte nur Boden weich-Pferde. Jetzt wollen wir diesen Triumph erst auskosten, weitere Pläne haben wir noch nicht.'

Und Jockey Filip Minarik ergänzte: 'Mitte des Schlussbogens hat Prince Flori mir schon ein sehr gutes Gefühl gegeben. Und 250 Meter vor dem Ziel wusste ich, dass es gehen würde.'

Auch im Lager von Oriental Tiger, der sich mit Andreas Boschert den Ehrenplatz mit einem Kopf gegen Saddex (Eduardo Pedroza) erkämpfte, herrschte eitel Sonnenschein: 'Die Leistung war hervorragend. Leider hatte er im Einlauf außen etwas wenig Platz, aber es war richtig, ihn nicht verpullen zu lassen. Jetzt gehen wir in den Preis von Europa', meinte Uwe Ostmann.

Saddex, der als Dritter klar vor seinem Trainingsgefährten Egerton (Vierter) sowie dem nicht durchziehenden Dickens blieb, verkaufte sich gut genug: 'Wenn keiner gehen würde, war abgesprochen, dass er selbst marschieren sollte. Dann hat der Jockey richtigerweise Oriental Tiger vorbeiziehen lassen. Alles war super. Egerton hat sich wieder hervorragend geschlagen, während Donaldson, der Letzter wurde, am Boden gescheitert ist', signalisierte Trainer Peter Rau.

Das Team von Schiaparelli wirkte fassungslos: 'Das war unerklärlich. Er packte überhaupt nicht an', sagte Peter Schiergen. Und Andrasch Starke erklärte: 'Schon vor dem Schlussbogen war mein Pferd in Nöten. Er war sehr früh geschlagen. Das Laufen kann nicht stimmen.'

Und wo waren die beiden Gäste? Fracas, Co-Favorit des Rennens, kam mit Jamie Spencer nie ins Rennen, wurde Achter, lief so, als sei irgendetwas nicht in Ordnung. Norse Dancer landete auf Platz sieben, ohne je prominent gewesen zu sein.

(04.09.2006)