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Für alle Fälle - Pferde-Frau Carola Ortlieb

1981 war sie der erste weibliche Jockey der Bundesrepublik, wechselte einige Jahre später ins Trainerlager, wo sie innerhalb von sieben Jahren – Stationen waren Frankfurt und Iffezheim - gut 100 Sieger sattelte. Sie beendete diesen Lebensabschnitt mit der Begründung, dass sie nicht der Pferde wegen einen Schlussstrich gezogen habe, sondern wegen der Besitzer. Sie habe keine Lust gehabt, ständig hinter dem Geld herzulaufen. Und viele hätten dennoch nicht bezahlt.

Einige Zeit beschäftigte sich Carola Ortlieb in der Modebranche oder als Einkäuferin für Geschenkartikel, reiste dabei um die halbe Welt. Von den Pferden, mit denen sie in einer pferdebegeisterten Familie groß wurde, aber kam sie so richtig nie los, wollte dies auch nicht. So paukte sie z.B. die Rennordnung, stieß zum Rennleitungsteam auf den Südwest-Bahnen hinzu.

Seit Beginn des Jahres 2000 übt die vielseitige Ex-Rennreiterin einen neuen Beruf aus: Pferdetherapeutin. Nach einer speziellen Ausbildung wagte sie auf diesem Sektor den Schritt in die Selbstständigkeit. ,,Bereits als Reiterin, vor allem aber als Trainerin habe ich mich sehr viel mit den gesundheitlichen Problemen der Galopper befasst und konnte dank etwas anderer Trainingsmethoden auch mit eigentlich hoffnungslosen Fällen hin und wieder sogar noch das eine oder andere Rennen gewinnen“, gibt Carola Ortlieb zu verstehen. Aus allem zog sie eine Konsequenz, orientierte sich beruflich neu.

Schnell konnte sich die Neu-Therapeutin über Arbeitsmangel nicht beklagen. Natürlich war ihr klar, dass es durchaus ein Sprung ins kalte Wasser ist, die ganze Tätigkeit auch mit viel Zeitaufwand verbunden sein würde. Nicht zuletzt auch der Anreise, ihre Kundschaft ist quer durch die Republik verteilt. Dann natürlich die Behandlung. „Vor allem Pferde, die ich das erstemal behandle, werden genau durchgecheckt, das kann gut zwei Stunden dauern“, gibt die Pferdetherapeutin zu verstehen.

Carola Ortlieb weiß aus Erfahrung, dass es vielen Pferden, die sie behandelt hat, schon nach kurzer Zeit besser geht. Sie erklärt: „Mein Ziel ist es, Fehlfunktionen am Bewegungsapparat des Pferdes zu erkennen, durch energetische Maßnahmen vorbeugen und ganzheitlich behandeln sowie bestehende Blockaden und Funktionsstörungen zu beheben. Verspannungen, unklare Lahmheiten etc., dies alles kam mit der alternativen Heilmethode erfolgreich behandelt werden oder sich zumindest deutlich bessern.“ Durch beachtliche Erfolge und daraus resultierende Empfehlungen hat sich Carola Ortlieb in relativ kurzer Zeit einen ansehnlichen Kundenstamm aufgebaut.

Neben ihrer „Arbeit am Pferd“ plant sie auch Vorträge bei den Lehrgängen für Besitzertrainer. „Es sind diejenigen im Galoppsport, die sich zwangläufig mehr Gedanken über die Gesundheit ihrer Vollblüter machen und zusätzlich zum Tierarzt auch noch andere Dinge ausprobieren“, gibt Carola Ortlieb zu verstehen.und fügt hinzu: „Viele Neuerungen werden zunächst abgelehnt, doch wenn man erst einmal gesehen hat, was man erreichen kann, stehen die meisten solchen Dingen dann doch positiv gegenüber.“

Und schon stehen die nächsten Termine an: Bei Hans-Walter Hiller in Issum und Erika Mäder im Krefelder Stadtwald. Nicht nur im Lager der Spring- oder Dressurreiter, auch im Vollblutlager wächst die Klientel, die ihre Künste in Anspruch nimmt.

Die ausführliche Story lesen Sie in der nächsten Ausgabe der Vollblut.

(29.04.2002)