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Hachtsee: Die große Turf-Offensive aus Bayern

Seit zwei, drei Jahren geht Reginald Graf von Norman, der mit seiner allerdings zumeist in den USA lebenden Schwester Sabine das Gestüt Hachtsee betreibt, auf Expansionskurs. Die Zucht wurde komplett umgekrempelt, alte Linien teilweise ausrangiert, neue hinzugekauft. Der Rennstall in Riem wurde aufgelöst, die Pferde werden jetzt von Trainern im Rheinland betreut, man schaut weiter nach vorne, auch im Ausland wird man tätig sein, die Fahrt zu den December Sales nach Newmarket ist nicht nur Sightseeing, „wir wollen uns schon etwas internationaler orientieren', sagt Graf Norman.

Vor rund dreißig Jahren haben seine Eltern Roger und Brigitte das Gut gekauft, zu einem Gestüt aufgebaut. Gelegen im Voralpenland, nicht weit von der Autobahn München-Garmisch entfernt. Werner Domke ist der Gestütsleiter der ersten Stunde, doch beschränkte man sich fast ausschließlich auf den regionalen Bereich. Auch wenn mit Cortez in den Anfangsjahren sogar ein renommierter Deckhengst in Hachtsee stand, „doch das wird es hier nicht mehr geben, wir werden mit Sicherheit ohne eigenen Hengst arbeiten', betont Graf Norman.

Die Norman-Pferde wurden in der Regel von Erich Pils und Walter Sonntag in Riem trainiert, die Stuten von Hengsten in der Nähe gedeckt, mit Experimenten hielt sich Hachtsee zurück. Das ist anders geworden. „Es lohnt sich nicht mehr, in München Pferde zu trainieren', sagt Graf Norman, „die Zahl der Renntage dort ist doch drastisch zurückgegangen und gelegentlich nach Italien zu fahren, ist auch nicht so meine Sache.'

Nicht, dass man in Riem erfolglos geblieben ist: Lebende Beispiele sind in Hachtsee die Gruppesiegerin Arroyada, die schon eine erfolgreiche Visitenkarte als Zuchtstute abgegeben hat, und der inzwischen 18 Jahre Aconcagua, ein großer Hürdler, der inzwischen im Gestüt sein Gnadenbrot bekommt. „Es ist mir sicher nicht leicht gefallen, den dortigen Rennstall aufzulösen', sagt Graf Norman, „aber unter kommerziellen Gesichtspunkten ist man im Rheinland doch weit besser aufgehoben. Selbst wenn man, um die Pferde zu sehen, in der Regel ins Flugzeug steigen muss.”

So sind jetzt Werner Baltromei und Andreas Trybuhl die Trainer des Vertrauens, auch Andrea Bertram hat in Warendorf Hachtseer im Stall stehen. Donatello ist sicher der beste Vertreter im Rennstall, wobi er selbst gezogen ist, die Mutter Devika wurde tragend auf der Riemer Herbstauktion erworben.

Arroyada, die bedauerlicherweise zweimal nicht aufgenommen hat, und Walerie, listenplatziert und erst im letzten Herbst in die Herde eingerückt, sind die letzten Bindeglieder zur der „alten' Stutenherde in Hachtsee, Familien wie die „O'-Linie, Garant zwar für harte „Ocho' oder „Ojos'-Pferde, die aber letztlich doch nur Handicapper waren, gibt es nicht mehr.

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(11.11.2005)