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Jacobs Parade-Gestüt - Newsells Park Stud

“Für jedes Korn, das man an ein Pferd füttert, bekommt man eine Sünde erlassen. Deshalb haben wir soviele Pferde hier in Newsells Park.” Zitiert Klaus Jacobs aus dem Koran. Wieviele Sünden er in seinem Leben begangen hat, das lässt er offen und wir können es natürlich auch nur vermuten. Doch mit den Körnern, die im Newsells Park Stud jetzt und in Zukunft verfüttert werden, kann man ganze Völkerscharen von Sünden befreien. Es ist schon ein besonderer Anblick, wenn man mit dem Wagen von London oder Newmarket durch die hügelige Landschaft der englischen Grafschaft Hertfordshire fährt, plötzlich an kilometerlangen Zäunen vorbeikommt, Koppeln sieht, so weit das Auge reicht, vereinzelt Pferde. Newsells Park Stud, eine traditionsreiche Zuchtstätte, in den Zwanziger Jahren des Jahrhunderts von Sir Humphrey de Trafford gegründet, hat einen neuen Besitzer bekommen und der hat keine Zeit verschwendet, um eines der grössten und innovativsten Gestüte in Europa zu schaffen. Klaus Jacobs, 65, hat seinem Leben noch einmal eine Wendung gegeben. “Die Überlegung kam vor drei, vier Jahren auf”, erinnert er sich, “es gab zwei Sachen, die ich machen wollte, meine Stiftung und ein Gestüt.” Vor drei, vier Jahren, das war auch die Zeit, in der er allmählich über den Rückzug aus dem aktiven Berufsleben nachdachte. Ein hocherfolgreicher Unternehmer auf der Spitze seines Erfolges. 1972 hatte er den Vorsitz der Geschäftsführung im väterlichen Kaffeekonzern übernommen, hatte Jacobs zum umsatzstärksten Anbieter in Deutschland geführt. Die Konzernführung wurde in die Schweiz verlegt, man stieg ins Süßwarengeschäft ein. 1990 verkaufte Jacobs das Unternehmen an den US-Konzern Philip Morris. Klaus Jacobs blieb nicht untätig, engagierte sich bei Zeitarbeitsformen, die er zum Branchenführer Adecco zusammenschloss. Die Jacobs Holding hielt bis zum Börsengang 1998 auch einhundert Prozent der Aktien des Schweizer Schokoladenriesen Barry Callebaut. Noch heute ist Jacobs (“Ich bin aus dem operativen Geschäft völlig raus, ich habe nichts mehr zu sagen”), der die Geschäfte in der Schweiz seinem Sohn Christian, 40, übergeben hat, insbesondere auf dem Gebiet Zeitarbeit aktiv, als eine Art Lobbyist in eigener Sache. Bei Bundeskanzler Gerhard Schröder war er, hat dort seine eigene Sicht der Dinge dargestellt, hat versucht zu erklären, warum ein Modell der Zeitarbeit positiv für den Arbeitsmarkt ist. Er scheut sich auch nicht, die Öffentlichkeit für seine Belange einzuspannen. Und irgendwie hat das alles auch mit seiner Stiftung zu tun, die er 1988 ins Leben rief. Auch da geht es letztlich um Arbeitsplätze, um unterpriveligierte Jugendliche, die er fördert, vor allem in der dritten Welt. Costa Rica, Mexiko, das sind Länder, wo die Stiftung ansetzt und wenn Klaus Jacobs kommt, dann ist auch der jeweilige Staatspräsident präsent. Letztes Jahr hat er, nach Auszahlung seiner sechs Kinder, sein gesamtes Vermögen, rund 1,4 Milliarden Schweizer Franken, in diese Stiftung gesteckt. Eine Aufgabe, die der mit dem ihm eigenen Elan verfolgt… Die komplette Story lesen Sie in der nächsten Ausgabe der Vollblut.

(22.05.2002)