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Kolchosen-Wodka, Hof Iserneichen & Al Qahira

Am vorletzten Sonntag ist es Viktor Schulepov mit der von Michael Sowa trainierten zweijährigen vom Gestüt Olympia gezogenen Big Shuffle-Tochter Al Qahira gelungen, das Auktionsrennen auf dem Düsseldorfer Grafenberg zu gewinnen. Da es sich damit schon um den zweiten Listentreffer des gebürtigen Russen in diesem Jahr handelt und Viktor Schulepov mit 986 Siegen demnächst an die Tür der „Club 1000“ anklopfen wird, haben wir uns mit ihm zu einem Gespräch getroffen.

Den Rahmen dafür bietet sein Zuhause auf der Galopprennbahn Neue Bult, auf der er, obwohl nur unweit in Isernhagen bei Göddert Sybrecht beschäftigt, mit seiner Familie wohnt. Und um es vorweg zu nehmen. Während man Viktor Schulepov eher zurückhaltend und wortkark einschätzt, sprudelt es auf unterhaltsame Art und Weise nur so aus ihm heraus und lässt das Treffen zu einem amüsanten und informativen Abend werden.

Alles begann am 9.6.1958, als Viktor Schulepov in Jaroslawl, etwa 280 Kilometer nördlich von Moskau, als erstes Kind seiner Eltern geboren wurde. Seine Eltern Maria und Ivan hatten genauso wie später sein neun Jahre jüngerer Bruder, nichts mit dem Galopprennsport am Hut. Beide Elternteile gingen einer Tätigkeit als Ingenieur in einer großen am Heimatort ansässigen Fabrik für Autoreifen nach.

In seiner Heimat blieb Viktor Schulepov bis zum Abschluss der neunten Schulklasse, um sich danach ganz auf die Pferde zu konzentrieren. Den Sprössling der Schulepovs zog es danach auf eine 200 Kilometer südlich von Moskau in einem kleinen Dorf gelegene Jockeyschule, die ab sofort sein neues zuhause wurde.

„Ich war damals 15 Jahre alt und wollte unbedingt etwas mit Pferden machen“, erzählt er, „die Jockeyschule bestand aus einem Wissenschaftlichen Institut zur Zucht von Pferden. Dort wurden zum Beispiel Experimente mit tiefgefrorenen Samen gemacht. Die Professoren waren auch gleichzeitig Lehrer und Ausbilder der in diese Einrichtung integrierten Jockeyschule. Die Schulzeit dauerte zwei Jahre. Vormittags war Reiten an einem Rennstall angesagt.

Dann gab es eine Mittagspause. Und Nachmittags wurde die Theorie vermittelt“, schildert Viktor Schulepov seinen täglichen Rhythmus. Nach der Zeit an der Jockeyschule arbeitete Viktor Schulepov für ein Jahr im 1500 Kilometer von Moskau im Nord-Kaukasus gelegenen Pjatigorsk. Sein neues Betätigungsfeld bildete das Gestüt Stawropolski, auf dem Pferde der Ter-Rasse speziell für den Militärdienst der Kavallerie gezogen wurden. Kommandeure zählten zu den Abnehmern der Rösser, bei denen es sich meist um Schimmel handelte.

„Im Gegensatz zu den weltberühmten Lipizzanern ist die Ter-Rasse aber bedeutend leichter. Mit diesen Pferden wurden aber auch Rennen geritten“, schildert Viktor Schulepov den Unterschied.
Die Zeit auf dem Gestüt und die Arbeit mit den dort beheimateten Pferden erfuhr nach einem Jahr allerdings ein unschönes Ende, als die Einberufung in die russische Armee erfolgte. Und wieder hieß es für Viktor Schulepov, viele Kilometer zu reisen.

So führte ihn der Weg vom Nord-Kaukasus in ein 500 Kavalleristen umfassendes Regiment, das 150 Kilometer von Moskau in Narovominsk stationiert war. Ein Ort, der in der Nachkriegszeit vor allem durch die Mos-Fimstudios (Moskauer-Filmstudios) zu einem Weltruhm gelangte. „Es war ein harter Militärdienst, bei dem es keine Möglichkeiten gab, Rennen zu reiten. In den zwei Jahren hatte ich nur zehn Tage Urlaub“, erinnert sich Viktor Schulepov.

„Danach bin ich nach Pjatigorsk in den Nord-Kaukasus zurückgekehrt und habe auf dem Urski Gestüt Araber-Pferde geritten. In dieser Zeit habe ich die Eltern von Wladimir Panov kennen gelernt, dessen Mutter auf diesem Gestüt ebenfalls arbeitete. Die Pferde des Gestütes waren allerdings auch auf der Galopprennbahn von Pjatigorsk stationiert, so dass ich diese Pferde in den Rennen reiten konnte. Später kamen dort auch die Vollblüter hinzu“, schildert Viktor Schulepov die damalige Situation.

„Als ich zwanzig/einundzwanzig Jahre alt war, habe ich u.a. für Trainer Alexander Hubulov, der etwa zwanzig Pferde im Stall hatte, Araber- und Vollblüterrennen geritten“, berichtet Schulepov. Auf die Frage, warum in Russland die Trainer nie ein größeres Lot als zwanzig oder dreißig Pferde im Stall haben, hat Viktor Schulepov gleich eine Antwort parat:

„Alle Trainer sind beim Staat angestellt und werden auch von ihm bezahlt. Deshalb ist es für die Trainer unwichtig, wie viele Pferde sie im Stall haben, da ihr Verdienst immer die gleiche Höhe ausweist“, erklärt Viktor Schulepov die Überbleibsel des Planwirtschaft und des Kommunismus. Die Zusammenarbeit mit Alexander Hubulov war mit dem Sieg im St.Leger der Araber und dem Winterfavoriten der Zweijährigen für Araber gleich von großem Erfolg gekrönt.

Als 1981 die Galopprennbahn in Moskau aufgrund von Sanierungsarbeiten am Geläuf für ein Jahr geschlossen werden musste, siedelten die Aktiven und Vollblüter aus der Hauptstadt nach Pjatigorsk um. Darunter befand sich auch Trainer Nikolai Nassibow, der zwei Jahrzehnte zuvor, in den Jahren 1965 bis 1967, mit Gestüt Woschods Anilin als Sieger im Kölner Europa-Preis in Deutschland zu großem Ruhm gelangte. Besagter Nikolai Nassibow, der fünfundzwanzig Pferde trainierte, sah Viktor Schulepov und machte ihm ein Angebot.

„Und danach ging es richtig los“, so Viktor Schulepov. „Gleich in meinem ersten Jahr an seinem Stall waren wir Zweiter im Derby und erzielten mehrere Siege auf Gruppe I-Ebene. Außerdem waren wir im Derby von Georgien und dem Preis des Winterfavoriten in Georgien erfolgreich. Mehr als einhundert Siege sind mir in diesem Jahr gelungen“, beschreibt Viktor Schulepov seine Erfolgswelle.

„Doch es gibt in Russland ein Schema, dem sich alle stellen müssen“, so Schulepov: „Nach einhundert Siegen ist man ein Jockey zweiter Kategorie. Nach 200 Siegen ist man Jockey erster Kategorie. Doch erst nach dreihundert Siegen ist man Meister-Jockey“, erklärt Viktor Schulepov die einzelnen Stufen.

Ein Jahr später, 1982, ging Trainer Nikolai Nassibow nach Moskau zurück. In seinem Gepäck befanden sich nicht nur die edlen Vollblüter, sondern auch Viktor Schulepov, der aufgrund des Erfolges mit dem Coach Blut geleckt hatte. Zu dieser Zeit waren auf der Moskauer Galopprennbahn etwa achthundert Pferde stationiert, die sich aus dem Traber und Vollblutlager zusammensetzten und sich auf dreißig Trainer aufteilten.

Das Jahr 1983 hielt für Viktor Schulepov weitere Höhepunkte parat. „Zunächst konnte ich das Moskauer Derby gewinnen und dann habe ich beim Warschauer Meeting geritten. Voraussetzung für meine Ausreise nach Warschau war jedoch, dass ich Mitglied in der Kommunistischen Partei wurde.

Die Meetings waren alljährlich im August ein großes rennsportliches Ereignis und wurden nach dem Rotationsprinzip in Russland, Polen, Tschechien, Ungarn und der DDR ausgetragen. Während dieser Meetings knüpfte ich erste Kontakte zu Lutz Pyritz, Jochen Potempa, Ecki Gröschel, Alfred Lehmann und auch Rudi Höse“, berichtet Schulepov.

Die überaus erfolgreiche Zusammenarbeit mit Nikolai Nassibow endete 1988. Während dieser Zeit hatte der Jockey das gute Leben kennen gelernt. Doch leider gesellte sich zu dem Erfolg der Alkohol. Heute, im Nachhinein schmunzelt er über diese Phase, und berichtet: „Es gab Zeiten, wo Du zur Startstelle aufgaloppiert bist und dich die Starthelfer mit gefüllten Wodkaflaschen empfangen haben.

Zunächst wurde gegurgelt, dann runtergeschluckt und kurz danach wurde das Rennen gestartet“, berichtet Viktor Schulepov. Doch was sich in unseren Gefilden eher nach einem Märchen anhört, war dort an der Tagesordnung.

Im Sommer 1989 arbeitete Viktor Schulepov auf einer Kolchose in Rostov am Don. Hier waren mit Vollblütern, Trakehnern und verschiedenen Halbblut-Rassen gleich mehrere Varianten der Vierbeiner vertreten. Während dieser Zeit lernte Viktor Schulepov seine Frau Elena kennen, dessen Tante ebenfalls auf der Kolchose arbeitete.

1990 kam Sohn Ivan zur Welt, doch der Wodka erwies sich weiterhin als Störfeuer der Familienharmonie. Doch es sollte sich in der Folgezeit alles zum Guten wenden. Dazu Viktor Schulepov: „Nach einer Hypnose habe ich aufgehört zu trinken. Ich habe allerdings im Vorfeld nicht daran geglaubt, dass es funktioniert“, erzählt der Jockey von seiner Skepsis:

„Ich hatte in dieser Zeit einen Freund, der mit seinem Vater zu einem Arzt in eine Klinik nach Maikop gefahren war, um sich durch Hypnose von der Alkoholsucht heilen zu lassen. Das hat bei ihm auch geklappt. Meine Frau hat mich dann mit einem weiteren Familienmitglied, das auch mit dem gleichen Problem zu tun hatte, zu dieser Klink gefahren.

In einem Vorgespräch fragte mich der Arzt, ob ich mich für drei, fünf oder zehn Jahre von meiner Alkoholsucht befreien lassen wollte. Natürlich nannte ich die zehn Jahre. Nach zwei Sitzungen, die drei bis vier Stunden dauerten war alles erledigt“, erzählt er. „Als ich nach der ersten Sitzung aus der Klink kam, stand genau auf der gegenüberliegenden Straßenseite ein großer Bierwagen. Doch ich verspürte keine Lust mehr. Nach der zweiten Sitzung war der Ofen ganz aus“, schildert Schulepov im Nachhinein sichtlich amüsiert die damalige Zeit.

„Nach der erfolgreichen Therapie begann für mich 1991 ein ganz neues Leben“, so Schulepov, der mit Trainer Igor Wachlov in Pjatigorsk gleich wieder an alte Erfolge anknüpfen konnte. Neben dem Pjatigorsk-Derby gab es auch Erfolge in Georgien zu feiern. So konnte er u.a. das Georgien-Derby für Trainer Dato Tabogari gewinnen.

Die wohlklingende Bezeichnung „Derby“ bringt in Russland allerdings eine infaltionäre Entwicklung des Titels mit sich, da es auf nahezu jeder Rennbahn ein eigenes Derby gibt. Doch soll dieses die Leistung von Viktor Schulepov in keinster Weise schmälern, da diese Rennen zur höchsten Kategorie des Landes gehören.

1992 siedelte Familie Schulepov nach Jugoslawien über und fand eine neue Heimat im Nord-Jugolawischen Kurort Nowi-Sat auf einem Gestüt, an dem eine kleine Rennbahn sowie Bereiche für Mutterstuten, Deckhengste und der Rennstall angegliedert waren.

Dort trainerte der russische Trainer Igor Wachlov etwa zwanzig Pferde. Und auch diese Zusammenarbeit gestaltete sich für beide Seiten sehr erfolgreich. Viktor Schulepov wurde gleich im ersten Jahr Dritter im Jugoslawischen Derby und in der Jahresendabrechnung Vize-Champion im Balkanstaat.

Das Jahr 1993 brachte mit dem zweiten Platz im Derby Jugoslawiens sowie dem Erreichen des Jockey-Championates noch einmal eine Steigerung des Erfolges mit sich, bevor die Zelte dort abgebrochen werden mussten.

Grund dafür war der ausbrechende Krieg auf dem Balkan und damit das greifende Wirtschaftsembargo, dass den Sport zum erliegen gebracht hatte. Viktor Schulepov zu seiner damaligen Situation: „Eigentlich wollte ich nach Österreich, in die Wiener Freudenau, zu einem dort ansässigen jugoslawischen Trainer wechseln, der mir ein Angebot gemacht hatte. Doch dann kam alles anders.

Während meiner Zeit in Jugoslawien hatte ich einen Tierarzt kennen gelernt, der mit Oranka Szerda eine Bekannte in Deutschland hatte. Diese wiederum hatte als Besitzerin ein Pferd am Stall des damaligen Trainers Kurt Lepa auf der Neuen Bult in Langenhagen.

Und so war mein weiterer Weg vorgezeichnet. Der Tierarzt riet mir von Österreich ab und legte mir Hannover wärmstens an Herz. Parallel hatte Frau Szerda schon alles in die Wege geleitet und mir einen Job am Stall von Trainer Heinz Scheffer besorgt“, freut sich Viktor Schulepov noch heute über so viel Hilfe.

Dann ging es von Jugoslawien aus zunächst noch einmal nach Moskau, um die nötigen Pässe und Visa zu beantragen, bevor der Zug Familie Schulepov aus der alten russischen Heimat in die Niedersächsische Landeshauptstadt bringen sollte. An das Einlaufen des Zuges auf den Hannoverschen Hauptbahnhof und die Minuten danach, kann sich Viktor Schulepov noch genauestens erinnern:

„Wir sind aus dem Zug ausgestiegen, haben aber Frau Szerda nicht gesehen. Wie sich später herausstellte, hatte sie sich verspätet. Sie kam aber natürlich doch noch und hat uns mit zu sich in ihr Haus nach Bad Pyrmont genommen. Dort haben wir ein paar Tage bei ihr verbracht. Dann habe ich meinen Job bei Heinz Scheffer auf der Neuen Bult begonnen', erinnert sich Viktor Schulepov an seine Anfänge in Langenhagen.

Als nicht gerade einfach bezeichnet er die Prüfung beim Direktorium, die eine Voraussetzung für die Erteilung der Lizenz in Deutschland war. „Die Prüfung bei Herrn Dr. Tasch habe ich nach drei Monaten Aufenthalt in Deutschland nicht bestanden. Den Ausschlag hatten vor allem die sprachlichen Schwierigkeiten gegeben“, berichtet Viktor Schulepov von seinen Erfahrungen mit der Bürokratie im hiesigen Rennsport.

„Kommen Sie einfach ein zweites Mal vorbei, dann klappt das schon“, empfahl der Chef-Rennleiter, womit er Recht behalten sollte, denn der zweite Anlauf führte zum gewünschten Erfolg. Damit konnte das Kapitel Rennenreiten in Deutschland aufgeschlagen werden.

Black Lady, Winterzauber, wieder Black Lady - das waren seine ersten Sieger. Angesprochen auf seine ersten Erfahrungen im deutschen Rennsport im Vergleich zu den Rennen in seiner Heimat meint Schulepov: „Die Rennen in Pjatigorsk, Belgrad oder Moskau wurden immer auf Sand gelaufen. Es handelte sich dabei aber um keine Spezialanfertigungen, sondern um ganz normale Erde. Aus diesem Grund wurden die Rennen sehr langsam gelaufen und es wurde streng auf Warten geritten.“

In der darauf folgenden Saison wechselte Viktor Schulepov an den Stall von Trainer Harald Grube, der zu diesem Zeitpunkt mit vierzig Pferden zu den aufstrebenden Quartieren auf der Neuen Bult zählte. Hier fiel ihm hinter Stephan Heiler die Rolle des zweiten Stalljockeys zu. Doch nach dem Glücksjahr zuvor, sollte dieses Jahr zu einem Unglücksjahr werden.

Im Mai stürzte Viktor Schulepov mit dem von Harald Grube trainierten Sternegeneral im Magdeburger Herrenkrug schwer. Folge war der Bruch des vierten Rückenwirbels. Viktor Schulepov zu diesem Unfall: „Das Pferd ist im ersten Boden in führender Position weggerutscht. Mit dem Hubschrauber wurde ich in die Uni-Klinik geflogen und zweimal operiert. Dabei wurden mir zwei Metallplatten und vier Schrauben eingesetzt.

Einen Monat musste ich im Krankenhaus verbringen und danach ein halbes Jahr ein Korsett tragen. Nach einem Jahr Ruhepause war aber wieder alles in Ordnung“, schildert er die Schattenseite der beruflichen Karriere.

„Im Juni 1996 bin ich dann wieder in den Sattel gestiegen. Und, nach einem siebenmonatigen Gastspiel bei Trainer Karl-Heinz Kniese, bin ich in der Saison 1997 einen Stall weiter, an das Quartier von Hans-Jürgen Gröschel gezogen.

Dort habe ich eine sehr schöne Zeit erlebt und es hat Spaß gemacht“, resümiert Viktor Schulepov. Wenngleich auch dort einige Blessuren in Kauf genommen werden mussten. „Ich habe mir während dieser Zeit einmal den Finger, zweimal die Rippen und einmal das Schlüsselbein gebrochen', so Viktor Schulepov zu seinen Verletzungen.

Zu Beginn dieser Saison wechselte er an den Stall von Göddert Sybrecht, der sein Trainingsquartier im benachbarten Isernhagen und damit nur unweit von der Galopprennbahn auf dem Gelände des familieneigenen Gestüt Hof Iserneichen, hat. „Der Kontakt zur Familie Sybrecht kam durch die dortige Stallmannschaft zustande, der auch Alexander Jahn angehört.

So habe ich einfach mal angefragt und nach einem Gespräch mit Göddert und Professor Sybrecht haben wir das alles schnell klargemacht“, schildert Viktor Schulepov seine erneute Luftveränderung an ein neues Quartier. Angesprochen auf die Gründe entgegnet er: „Mir gefallen dort die guten und vielfältigen Arbeitsbedingungen unter denen die Pferde trainiert werden.

Wir sind ein gutes Team und es herrscht ein tolles Stallklima. Außerdem sind das Pferdematerial und damit verbunden die guten Ritte natürlich ein weiteres Indiz. Nennen möchte ich stellvertretend nur die Namen Anna Victoria, Ibisco, Ticina, Salentino.

Man kann dort ganz in Ruhe, konzentriert, gezielt und ohne Druck und Stress arbeiten. Das ist schon ein großer Vorteil“, gerät Viktor Schulepov ins Schwärmen. Durch die Erfolge verbunden mit dem Engagement bei der Familie Sybrecht stellt Viktor Schulepov auch fest, dass ihn nun auch verstärkt andere Trainer buchen. Dieses geschieht zwischenzeitlich auch bei ihm durch einen Manager.

Dazu Viktor Schulepov: „Karl-Heinz Schreiber war früher Manager von Waldemar Hickst. Er ist jetzt für mich tätig. Das ist schon ein großer Vorteil, wenn man sich ganz auf seine Arbeit mit den Pferden konzentrieren und den Büro- und Schreibkram außer Acht lassen kann.“

Den Erfolg auf Listenebene vom letzten Sonntag in Düsseldorf hat Viktor Schulepov wie folgt in Erinnerung behalten: „Ich hatte Al Qahira, bis auf eine Ausnahme, von Anfang an geritten. So hatte mich Michael Sowa angerufen und gefragt, ob ich sie wieder reiten möchte. Vor dem Rennen sollte ich daran denken, dass es sechs Gelder gibt. Mit einem vierten Platz wären wir schon zufrieden gewesen. Doch so war das natürlich noch viel besser.

Wir kamen mit Startbox eins sofort auf die Beine und bergauf wollte ich die Stute eigentlich verschnaufen lassen. Doch sie ging vorne so gut, dass ich sie habe laufen lassen. In der Geraden brauchte ich nur ein-zweimal den Stock nehmen und dann waren wir, nur mit den Händen geritten, auch schon zuhause. Ihre Idealdistanz liegt unbedingt bei 1000 Metern“, erzählt Viktor Schulepov stolz.

Mit 986 Siegen steht Viktor Schulepov nun kurz vor dem Erreichen der magischen Zahl von 1000 Erfolgen. Und er genießt es, sich auf diese Marke langsam hinzuzubewegen. „Ich setze mir keinen Zeitrahmen, bis wann ich die 1000 Siege erreicht haben will. Es ist so viel schöner, diese Marke vor sich zu haben. Ich glaube, ich werde sogar traurig sein, wenn ich die Zahl überschritten habe, denn dann fehlt mir ein neues Ziel“, beschreibt er sein zukünftiges „Problem“.

(25.09.2003)