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Nach 1976 wieder ein Schlenderhaner Derbysieger

Erst seit wenigen Monaten trainiert Jens Hirschberger die Pferde des Gestüts Schlenderhan und von Georg Baron von Ullmann. Am Sonntag erlebte der Neucoach den ultimativen Höhepunkt, die Krönung einer ersten Saison, wie man sie sich nur erträumen kann. Denn erstmals seit Stuyvesant im Jahr 1976 gewann das Gestüt Schlenderhan wieder das Blaue Band!

Karin Baronin von Ullmann erlebte am heimischen Bildschirm den Triumph des In the Wings-Sohnes Adlerflug (Foto) mit. Es war ein Erfolg, der zu den überlegensten der jüngeren Vergangenheit zählte!

Zum dritten Mal hintereinander kam der Sieger im BMW Deutschen Derby, das am Sonntag vor 31.000 Zuschauern in Hamburg zum 138. Mal über die Bühne ging und auf weicher Bahn gelaufen wurde, aus einem Vorbereitungsrennen aus Hannover. Wie seine Vorgänger Nicaron und Schiaparelli hatte auch Adlerflug auf der Neuen Bult sich den Feinschliff für das Derby geholt.

Im Sattel von Adlerflug saß der Skandinavier Fredrik Johansson, der mit dem 65:10-Mitfavoriten an fünfter Stelle eine ideale Ausgangsposition hatte. Mächtig Tempo machte der Trainingsgefährte Persian Storm.

Terry Hellier ließ den Ullmann-Hoffnungsträger mächtig treten, legte gut und gerne sieben, acht Längen zwischen sich und die Konkurrenz. Byron und Waldvogel galoppierten in diesem zügigen Rennen (natürlich kam am Ende mit 2:36,57 Minuten eine dem Boden angemessene Zeit heraus) auf den nächsten Positionen. Nur am Schluss sah man den Starke-Ritt Eiswind, der nicht so richtig in die Partie gefunden hatte, auf den jede Menge Geld unterwegs war. Mit einem Kurs von 49:10 galt er als Favorit.

Im Schlussbogen wurde man immer mehr auf den Röttgener Antek aufmerksam, der sich in äußerer Spur dichter heranschob, wie überhaupt der Vorteil von Persian Storm immer mehr dahinschmolz. Waldvogel und Shrek waren ebenso dichtauf wie Adlerflug, mit dem Johansson jetzt weiter den Platz verbesserte.

Bald sah man im Einlauf Antek mit besten Chancen, doch als Adlerflug in Position war, war die Frage nach dem Derby-Helden 2007 sofort beantwortet. Wie ein Turbojet flog Adlerflug an die Spitze. Die letzten 200 Meter gerieten zur Via triumphalis. Als wären die Konkurrenten gar nicht da, spazierte der Hengst für seine so engagierte Eignerin davon. Sieben Längen betrug der Vorsprung nach 2400 Metern vor Antek und Anton Chekhov in diesem mit 635.000 Euro höchstdotierten deutschen Rennen der Nachkriegszeit! Klasse hat einen Namen, Adlerflug, der neue deutsche Superstar!!!

Doch auch die Platzierten wussten vollauf zu überzeugen. Allen voran natürlich Antek (Adrie de Vries), der große Steher aus Heumar, der den Ehrenplatz locker nach Hause brachte. Eine Länge hinter ihm schoss der Ire Anton Chekhov noch auf den dritten Rang, kam mit einem Hals an dem Norweger Appel Au Maitre vorbei, der einen kaum günstigen Renverlauf hatte. Nur eine Nase dahinter wurde Davidoff Fünfter, der lange Platzchancen hatte.

Persian Storm musste als Sechster seinem riesigen Anfangstempo Tribut zollen, teilte sich diese Platzierung mit Shrek, der sich ebenfalls nicht recht steigern konnte. Nur auf dem achten Rang kam Eiswind ein, der doch einen erheblichen Sprung bewältigen musste. Die weitere Reihenfolge: Sommersturm, Byron, Monreale, Lovely Tiger, Waldvogel, Invincible Hero und Global Dream.

Es war aber nur das Derby eines Pferdes, von Adlerflug, dem Flugzeug aus Schlenderhan. GaloppOnline.de gratuliert Karin Baronin von Ullmann und der gesamten Mannschaft aus Quadrath-Ichendorf!

(02.07.2007)