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So Sedulous - das Pedigree des BMW Derby-Siegers

Als vor einigen Wochen im Rahmen des Union-Renntages in Köln zum wiederholten Mal das Ilse Bscher-Memorial gelaufen wurde, da war auch deren Tochter Nicola anwesend. Es war ein seltener Besuch auf der Rennbahn, denn der rennsportliche Bereich ist bei ihr inzwischen auf ein Minimum beschränkt.

Das war einmal anders, denn nachdem ihre Mutter im Jahre 1992 verstarb, hatte sie für eine kurze Zeit den kompletten Bestand des Stalles Gamshof, der von Ilse Bscher Jahrzehnte mit großer Passion geführt wurde, weiter in ihrem Besitz gebracht, ja sogar ausgebaut.

Doch als das Interesse etwas geringer wurde, kam es zu einem Komplettverkauf - bis auf einige wenige Pferde erwarb Georg von Ullmann alle Gamshof-Pferde. Und darunter war auch So Sedulous, die aktuell vieleicht die interessante und erfolgreichste Mutterstute in Deutschland ist.

Alle vier bisherigen männlichen Produkte liefen im Deutschen Derby, der Erste, Satchmo, wurde noch Letzter, dann kamen Subiaco (Zweiter) und Storm Trooper (Dritter), und mit Shirocco gab es am vergangenen Sonntag eine weitere Steigerung.

Der erste Partner von So Sedulous war Surumu, nach ihm brachte sie Satchmo. Er ist noch von Nicola Bscher gezogen, genau wie der ein später geborene Subiaco. Seinen ersten, nichtssagenden Start, absolvierte Satchmo zweijährig noch in den Farben von Nicola Bscher, einige Zeit später gehörte er mit zum „Verkaufspaket“, in das auch seine Mutter einbezogen war.

Satchmo, der wie alle Produkte ihrer Mutter von Andreas Schütz trainiert wurde, gewann dreijährig in Mülheim ein Maidenrennen, war dann später in Baden-Baden im Dark Ronald-Rennen erfolgreich und sicherte sich sein Derby-Ticket im damals noch bestehenden Ittlingen-Pokal, dem ehemaligen Otto Schmidt-Rennen. In dem von Belenus gewonnenen Derby, in dem das Ullmann-Pferd Sumitas als Favorit Fünfter war, wurde er unter Michael Kinane allerdings nur Letzter und kam dann das komplette Jahr nicht mehr an den Ablauf.

In den Ullmann-Farben gewann er im darauffolgenden Jahr noch ein Rennen in Hamburg, wechselte dann in den Stall von Christian von der Recke, für den er mehrere Hürdenrennen in der französischen Provinz für sich entscheiden konnte. Später ging er nach Tschechien, letztes Frühjahr war er noch Dritter im Baden-Badener Bäder-Preis.

In ihrem zweiten Zuchtjahr wurde So Sedulous zum ersten Mal mit Monsun zusammengeführt, eine mehr als erfolgreiche Paarung, die, wie Georg von Ullmann und Gestütsleiter Gebhard Apelt gleich unmittelbar nach dem Derby kund taten, wohl bis an das Lebensende der Stute fortgeführt wird.

Das erste Monsun-So Sedulous-Produkt war Subiaco. Der war etwas früher zur Hand als die Geschwister, gewann zweijährig beim dritten Start unter Stefan Heiler in Düsseldorf. Dreijährig stieg er schnell in die Spitzengruppe der Dreijährigen auf. Er gewann den Großen Preis der Stadtsparkasse in Dortmund und das Walther Jacobs-Rennen in Bremen, letzteres schon unter Kevin Woodburn, der ihn auch im Derby ritt, wo er gegen Samum allerdings keine Chance hatte und Zweiter wurde.

Anschließend gab es Platz drei im Ele-Pokal in Gelsebkirchen (Siegerin Catella), im Fürstenberg-Rennen und im Preis von Europa konnte er nicht mehr ganz überzeugen. Der vierjährige Subiaco startete mit drei Siegen in Folge in die Saison. Er gewann den Großen Preis der Bremer Wirtschaft gegen Anzillero, den Gerling-Preis (unter Frankie Dettori) als 18:10-Favorit gegen Aeskulap und das Betty Barclay-Rennen gegen Tempelwächter, wobei wie in Bremen Andrasch Starke sein Partner war. Diese Serie von drei Gruppe-Siegen brachte ihm ein GAG von 97,5 Kilo ein. Auf Gruppe I-Ebene in Düsseldorf und Köln wurde er dann Vierter bzw. Fünfter.

Ein Jahr setzte er dann aus, doch konnte er fünfjährig nicht mehr so recht an seine Bestform anknüpfen. Subiaco wurde dann an den in Newmarket trainierenden Barney Curley verkauft, in England startete er noch zweimal über Hürden, bevor er vor einigen Monaten an einer Kolik einging.

Das einzige bislang geprüfte weibliche Produkt der So Sedulous ist Shoah, die von Acatenango stammt und dreijährig nur vier Mal an den Ablauf kam. Zwei Rennen hat sie unter Benjamin Clös gewonnen, besaß ein GAG von 73,5 Kilo. Sie ist natürlich in der Zucht von Georg von Ullmann, ihr erster Nachkomme, ein in diesem Frühjahr zur Welt gekommener Sohn von Tiger Hill heißt Sly Tiger.

Dann kam Storm Trooper, wieder ein Monsun. Ihm ging im vergangenen Frühjahr fast ein ähnlicher Ruf voraus wie zwölf Monate später Shirocco. Er gewann gleich seine ersten beiden Rennen, darunter den Grossen Preis der Stadtsparkasse in Dortmund, enttäuschte interessanterweise wie sein Bruder in der Union (Sechster), um in Dai Jins Derby Dritter zu werden. Stark war dann auch sein zweiter Platz in Düsseldorf im Deutschlandpreis zu Sabiango.

In diesem Jahr belegte der Hengst aktuell Platz zwei zu Rotteck im Idee Hansa-Preis. Im Vergleich zu seinen Brüdern Subiaco und Shirocco hat man bei Storm Trooper mehrfach den Eindruck gewonnen, dass die 2400 Meter für ihn vielleicht ein Tick zu weit sind.

Im Stall von Andreas Schütz steht jetzt der natürlich mit hohen Erwartungen belastete Monsun-Sohn September Song, der ein früheres Pferd als seine Geschwister sein soll, nach einem Jahr Pause brachte So Sedulous dann in diesem Frühjahr die lang ersehnte erste Tochter von Monsun, sie heißt So Squally.

(09.07.2004)