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Viel Bewegung in Hannover

Eigentlich hatte man in Hannover eher mit einer Bewegung in Sachen Zukunft des Hannoverschen Rennvereins gerechnet. Doch während es auf dieser Front weiterhin keine Neuigkeiten gibt, sorgten allerlei andere Vorkommnisse für die Headlines auf der Neuen Bult. Mit dem Ende des Badener Sales & Racing Festivals ist die Zusammenarbeit zwischen Trainer Wilhelm Giedt und dem Eigner des Gestüts Hof Vesterberg, Hans Klöber, beendet.

Die Pferde - ein halbes Dutzend an der Zahl - wurden zwischenzeitlich von der Neuen Bult abgezogen. Neuer Anlaufpunkt der Vierbeiner wurde das Quartier von Uwe Ostmann in Mülheim. Zwar war über die Wintermonate ein Koppelaufenthalt für die Pferde avisiert und die Rückkehr im Frühjahr zugesagt worden, doch hat man sich seitens des Eigners nun umentschieden.

Dazu Wilhelm Giedt: „Ich bedaure diese Entscheidung außerordentlich denn es handelte sich nahezu ausschließlich um Youngsters, die absprachegemäß in diesem Jahr noch nicht zum Einsatz kommen sollten und mit denen wir im kommenden Jahr im Derbyjahrgang mitmischen wollten. Es waren allesamt gute Pferde, die wir behutsam auf ihre Rennkarriere vorbereitet hatten.“

Auch in der hannoverschen Jockeygilde stehen Änderungen ins Haus. Für Wladimir Panov, der einen Vertrag als Stalljockey am Quartier von Wilhelm Giedt besaß, wird es für die nächste Saison keine Verlängerung des Kontraktes geben.

Wilhelm Giedt zu dieser Entscheidung: „In der kommenden Saison werden wir keinen ersten Jockey mehr beschäftigen. Eugen Frank wird genügend Chancen erhalten, um zukünftig in diese Position hineinzuwachsen. Wir werden uns von Fall zu Fall entscheiden und dadurch auch flexibler reagieren können.“

Ähnliches gibt es aus dem Quartier von Christian Sprengel zu vermelden. Aus wirtschaftlichen Gründen wurde dort saisonalbedingt zu Beginn der Woche die Zusammenarbeit mit Marc Timpelan und Martin O`Reilly als Reiter in der Morgenarbeit beendet. Aufgrund des anstehenden Saisonendes hatte sich in den vergangenen Wochen bei Christian Sprengel die Zahl der Pferde im Training deutlich reduziert, was diese Maßnahme unumgänglich machte.

Während Martin O`Reilly nun am Stall von Steintor-Boss Otto-Werner Seiler ausreitet, machte der Unfall in der Bremer Vahr vorerst den Wechsel von Marc Timpelan zu Hans-Jürgen Gröschel zunichte.

Timpelan war im ersten Rennen der Veranstaltung so unglücklich von der zweijährigen Happy Royal mit seinem Bügel an die Boxenumrandung gedrückt worden, dass er sich den Mittelfußknochen brach. Nach ersten Prognosen schien damit die Saison des Magdeburgers beendet, doch sprechen die Mediziner zwischenzeitlich schon von einer Wiedergenesung in fünf Wochen.

Hans-Jürgen Gröschel: „Wir haben nach Marcs Gesundung eine Zusammenarbeit ins Auge gefasst. Doch wird es sich um ein loses Verhältnis handeln und um keinen Vertrag als Stalljockey. Ohnehin ist alles davon abhängig, wie viele Pferde in der nächsten Saison in meinen Boxen stehen werden.“

Für beide wäre es ein zweites Zusammenwirken, denn diese Verbindung existierte bereits schon vor einigen Jahren, bevor der gebürtige Magdeburger daraufhin an den Stall von Andreas Bolte in Lengerich wechselte.

Ausgesprochen ruhig gebärdet sich dagegen das Umfeld des Hannoverschen Rennvereins. Aus berufenem Munde hieß es lediglich, dass über einen Vergleich oder eine Insolvenz des finanziell in die Schräglage geratenen Vereins in dieser Woche entschieden werden soll. Letzteres würde allerdings den Nachteil mit sich bringen, dass die Pachtverträge über das Areal an die öffentliche Hand zurückgehen, womit der Turf in der Niedersächsischen Landeshauptstadt vor einer ungewissen Zukunft stehen würde.

(05.11.2004)