Interview/Jockey Talks

Mit S. Smrczek

GaloppOnline.de: Wann haben Sie es eigentlich registriert, dass sie den Sieger im Großen Preis von Baden gesattelt haben?

Sascha Smrczek: Realisiert habe ich das Ganze an diesem Sonntag noch nicht, erst mit Verspätung. Das war am Dienstagmorgen beim Stu­dium der Sport-Welt, da habe ich es endgültig begriffen.

GaloppOnline.de: Prince Flori wäre gar nicht im Großen Preis von Baden angetreten, wenn der Besitzer, der in Hamburg beheimatete Stall Reni, auf den Düsseldorfer Trainer gehört hätte. Was hatten Sie vor?

Sascha Smrczek: Ich hatte in der Tat andere Pläne, wie z.B. im Bosphorus Cup, Dann habe ich mich aber dem Votum der Besitzer gebeugt.

GaloppOnline.de: Womit hatten Sie denn nun wirklich im Vorfeld zum Grand Prix gerechnet:

Sascha Smrczek: Ich dachte, ein vierter, fünfter Platz wäre ein feines Ergebnis, schließlich gibt es auch dafür gutes Geld. Dann aber kam es alles anders und viel, viel besser.

GaloppOnline.de: Warum saß eigentlich nicht Henk Grewe im Sattel von Prince Flori? Er hatte mit ihm schließlich in Frankfurt bereits ein Gruppe-Rennen gewonnen?

Sascha Smrczek: Im Derby war Prince Flori sehr gängig. Wir wollten dort eigentlich die gute Startnummer fünf nutzen, doch leider war er früh vorne, nachdem das Führpferd abgebaut hatte. So hatte er die Rolle des Führpferdes für diejenigen gespielt, die später in der Schlussphase an ihm vorbeigingen. Vielleicht war die Vorstellung im Derby der Grund, dass der Besitzer für Iffezheim nicht mehr Henk Grewe, sondern einen anderen Jockey im Sattel haben wollte. Zur Debatte standen Johan Victoire und Filip Minarik.

GaloppOnline.de: Und warum fiel die Wahl auf Filip Minarik?

Sascha Smrczek: Da Johan Victoire aufgrund seiner Verpflichtungen in der Heimat keine feste Zusage treffen konnte, fiel die Wahl auf Filip Minarik, der frei war und dann auch frühzeitig sein Okay gab.

GaloppOnline.de: Wie haben Sie das Rennen mit dem Jockey vorbereitet?

Sascha Smrczek: Filip Minarik hat sich bei Vi­deo­studien mit dem Pferd vertraut gemacht und wusste auch so, was zu tun war. Er hat dann ja auch seine Sache bestens gemacht.

GaloppOnline.de: Prince Flori hat in Frankfurt und Baden-Baden und somit zwei Bahnen mit Linkskurs seine Gruppe-Rennen gewonnen. Ist dies Zufall?

Sascha Smrczek: Ich denke nicht. Der Hengst scheint in der Tat eine Vorliebe für solchen Bahnen zu haben. Noch etwas sollte ich erwähnen, nämlich seine Neigung, möglichst schnell aus der Startboxe zu gelangen. Da muss man aufpassen.

GaloppOnline.de: Wie hat Prince Flori das Rennen verdaut?

Sascha Smrczek: Er präsentierte sich frisch und munter, war gut an der Krippe. Offenbar hat von meinen Düsseldorfer Kollegen nur Ertürk Kurdu von dem Sieg mitbekommen hatten, denn nur Kurdu war vorbeigekommen, um zu gratulieren. Ich werde meine Nachbarn demnächst auf ein Schlückchen einladen.

GaloppOnline.de: Wie geht es weiter mit ihrem Grand Prix-Sieger?

Sascha Smrczek: Das muss noch eingehend besprochen werden. Möglicherweise findet man eine günstige Aufgabe im Ausland, doch auch die inländischen Rennen sind interessant, erhält er doch als Dreijähriger kein Aufgewicht.

GaloppOnline.de: Sie haben das höchstdotierte Rennen Deutschlands gewonnen, dementsprechend gibt es reichlich Prozente. Schaffen Sie sich was Neues an?

Sascha Smrczek: Vielleicht gibt es einen neuen fahrbaren Untersatz.

GaloppOnline.de: Gibt es unter der Jugend neue Kracher?

Sascha Smrczek: Zum Beispiel die zweijährige La Bonita, die ihr großes Talent bereits angedeutet hat. Bei den Dreijährigen einen aus Irland stammenden Hengst, der allerdings noch über keinen Namen - die Geschichte soll demnächst in Angriff genommen werden - verfügt und daher nicht starten kann.

(11.09.2006)